Bitunix-Analyst: Vom Persischen Golf bis zur Federal Reserve – Globales Kapital steht gleichzeitig vor Angebotsschocks und politischer Unsicherheit
BlockBeats News, 20. Juli – Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich weiter verschärft. Der Iran hat die Aussetzung des iranisch-amerikanischen Nuklearabkommens verkündet und gewarnt, dass es bei weiteren US-Militäraktionen zu einem umfassenden Angriff kommen werde. Die USA haben die neunte Nacht in Folge Luftangriffe auf den Iran durchgeführt und zusätzliche F-16, F-35 sowie Luftbetankungsflugzeuge in den Nahen Osten verlegt. Der Iran behauptet zudem, US-Militäreinrichtungen in Kuwait, Bahrain und Jordanien sowie an weiteren Orten angegriffen zu haben. Iranische Medien beschreiben den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus als „auf null reduziert“.
Dies bedeutet, dass der Markt nun nicht nur kurzfristige Schwankungen der Ölpreise, sondern das „Strömungsrisiko“ der globalen Energieversorgungskette neu bewerten muss. Wenn sowohl die Straße von Hormus als auch die Straße von Malakka von möglichen Blockaden bedroht sind, können selbst Alternativpipelines der ölproduzierenden Länder des Nahen Ostens den Verlust der Schifffahrtskapazität nur teilweise ausgleichen. Der Irak nutzt inzwischen die Route über Syrien für Ölexporte, was zeigt, dass die Region verstärkt auf Backup-Systeme zur Umgehung der Straße von Hormus setzt. Allerdings sind auch diese Alternativrouten weiterhin Risiken wie Raketenangriffen, Drohnen und Störungen der Infrastruktur ausgesetzt.
Bemerkenswert ist auch, dass der Iran öffentlich die KI-Infrastruktur im Nahen Osten als mögliches Angriffsziel benannt hat. Das bedeutet, dass sich der ripple-Effekt des Konflikts von klassischen Öl- und Gasanlagen inzwischen auf Rechenzentren, Stromnetze, Meerwasserentsalzungsanlagen und Computernetzwerke ausgeweitet hat. Für den Markt ergeben sich daraus zwei Hauptauswirkungen: Erstens können sich Energiepreise über Strom- und Kühlungskosten auf die KI-Industriekette übertragen; zweitens werden die ursprünglich als langfristiger Wachstumstreiber gesehenen KI-Investitionsausgaben nun in geopolitische Risikoabschläge eingepreist, wodurch eine Neubewertung der Bewertungslogik möglich wird.
Gleichzeitig spricht sich Federal Reserve-Vorsitzender Warsh für einen Kommunikationsrahmen mit weniger vorausschauender Guidance aus. Im Markt ist sogar das Tool „WarshGPT“ aufgetaucht, das mit KI-Modellen frühere Aussagen von Warsh interpretiert. Obwohl die Mehrheit der Bond-Trader derzeit davon ausgeht, dass es im Juli keine Veränderung gibt, ist die Erwartung eines Zinsschritts um 25 Basispunkte im September oder Oktober merklich gestiegen. Wesentlicher Treiber ist, dass der Energieschock und die Investitionsnachfrage im KI-Bereich die Inflation hartnäckiger machen könnten, als es ein einzelner Monats-CPI anzeigt.
Der Markt sieht sich momentan mit zwei selten gemeinsam auftretenden Szenarien konfrontiert: das Risiko steigender Energie- und Transportkosten infolge der Hormus-Krise und Fed-Falken, die mit weniger Transparenz die Kontrolle über die Markterwartungen zurückgewinnen. Kommen diese beiden Kräfte zusammen, steht nicht nur eine einmalige Ölpreisspitze zur Neubewertung, sondern ein potenzieller struktureller Anstieg der globalen Kapitalkosten. Für Risikoanlagen ergibt sich Volatilität in diesem Umfeld eher aus dem Zusammenspiel von „politischer Unberechenbarkeit + Unsicherheit bezüglich der Energieversorgung“ als aus einzelnen Wirtschaftsdaten.
Kurzfristig liegen drei Beobachtungspunkte im Fokus: Die tatsächliche Wiederherstellung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus, ob die Huthi-Rebellen die Blockade der Straße von Malakka verkünden, und die Entwicklung der US-Anleiherenditen vor der FOMC-Sitzung im Juli. Entspannen sich die Energierisiken nicht und bleibt die zweijährige US-Treasury-Rendite hoch, dürfte der Risikoappetit globaler Investoren für überbewertete Tech- und Hochhebel-Produkte weiter unter Druck stehen.
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