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Die geopolitischen Risiken kehren zurück, Raffinerie-Engpässe verschärfen die Knappheit, die Ölpreise schwanken auf hohem Niveau und warten auf einen Durchbruch.

Die geopolitischen Risiken kehren zurück, Raffinerie-Engpässe verschärfen die Knappheit, die Ölpreise schwanken auf hohem Niveau und warten auf einen Durchbruch.

智通财经智通财经2026/07/17 09:06
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  1. Die neue Konfrontation zwischen Iran und den USA rund um die Straße von Hormus hat die durch das Memorandum of Understanding im Juni eingetretene kurze Ruhephase wieder beendet. Brent-Rohöl kehrte in den mittleren 80-Dollar-Bereich zurück, WTI näherte sich gleichzeitig der 80-Dollar-Marke an. Beide verzeichneten den größten Wochenanstieg seit mehreren Wochen. Der Marktfokus verlagerte sich von der Bestätigung von Verlusten hin zu Wahrscheinlichkeitsabschätzungen für eine anhaltende Eskalation der Bedrohung.
  2. Schiffsdaten zeigen, dass Durchfahrten durch die Straße weiterhin möglich sind, das Verkehrsaufkommen jedoch stark gesunken ist und die Kosten für Versicherung und Sicherheit in die Höhe geschnellt sind. Das tatsächliche Durchflussvolumen im Persischen Golf liegt um mehr als 10 Millionen Barrel pro Tag unter dem Normalniveau. Selbst wenn einige Schiffe ihre Transponder ausgeschaltet haben und die Statistik daher unterschätzt wird, hat das verlorene Vertrauen in die Transportkapazitäten dazu geführt, dass der Erholungstrend der Exporte abrupt gestoppt wurde.
  3. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate waren dank ihrer alternativen Pipeline-Kapazitäten die Hauptakteure bei der Erholung im Juni. Andere Öl produzierende Länder sind jedoch durch Hafenengpässe und Schwierigkeiten beim Wiederanlauf der Ölfelder beeinträchtigt, sodass das Gesamtfördervolumen weiterhin deutlich unter dem Stand vom Februar liegt. Weitere Einschränkungen an iranischen Häfen und an den Küsten könnten die Exporte täglich sogar um mehrere Millionen Barrel zusätzlich reduzieren. Der Erholungspfad auf der Angebotsseite ist somit nicht länger linear.
  4. Das Rohöldefizit schlägt sich zunehmend auf die Endprodukte durch. Die rückläufigen Lieferungen aus dem Nahen Osten zwingen Raffinerien im östlichen Suez-Markt zur Reduzierung der Auslastung. Hinzu kommen saisonale Wartungsarbeiten im Frühjahr und ein Mangel an Schweröl, sodass die globale Auslastung der Raffinerien gegenüber der Zeit vor der Krise deutlich gesunken ist. In den USA sind die Crack-Spreads hoch und die Einzelhandelspreise für Flugbenzin sowie Diesel sind im Vergleich zum Februar um etwa 70 bis 80 Prozent gestiegen, was die angespannte Situation bei Mitteldestillaten verdeutlicht.
  5. Nach Angriffen auf russische Raffinerien ist deren Auslastung auf ein Mehrjahrestief gesunken, weshalb Rohölexporte die Produktversorgung ersetzen sollen. Die Lagerbestände auf See sind enorm. Das Qualitätsungleichgewicht zwischen leichtem Schieferöl und schwerem Rohöl aus dem Nahen Osten verschärft das Defizit bei der Dieselproduktion zusätzlich. Auch wenn einige asiatische Raffinerien ihre Auslastung im Juni wieder etwas erhöht haben, besteht im globalen Raffinerieverbund nach wie vor eine tagesbezogene Kapazitätslücke von mehreren Millionen Barrel.
  6. Makroökonomische Nachfragesignale werden zunehmend fragil. Die hohen Ölpreise dämpfen die Transport- und Chemiebranchen. Die Preisempfindlichkeit chinesischer Einkäufe ist gestiegen. Indien zeigt sich zwar widerstandsfähig, doch die Region insgesamt leidet unter Fracht- und Rohstoffkosten. Auch der Durchbruch der Elektromobilität setzt dem langfristigen Wachstum beim Benzin eine Obergrenze. Das Tauziehen zwischen Angebot und Nachfrage sorgt für eine anhaltend hohe kurzfristige Volatilität.
  7. Es wird erwartet, dass Brent und WTI in nächster Zeit in einer breiten Spanne pendeln. Geopolitische Unsicherheiten und niedrige Lagerbestände bilden eine Untergrenze, während Nachfragerückgang oder potenzielle Friedensgespräche zu scharfen Korrekturen führen könnten. Der Markt sieht sich drei Variablen gegenüber: Risiken in der Straße, Raffinerie-Engpässe und makroökonomische Schwäche. Ein entscheidender Durchbruch in eine der beiden Richtungen könnte neue Preisspielräume eröffnen.
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