Der Verband der Chemischen Industrie Deutschlands warnt vor einer unumkehrbaren Verlagerung der Industrie ins Ausland, was die Erwartungen an eine heimische Erholung weiter erschüttert.
Der Verband der Chemischen Industrie Deutschlands warnt vor einer unumkehrbaren Verlagerung der Industrie ins Ausland, was die Erwartungen an eine heimische Erholung weiter erschüttert.
智通财经2026/07/16 17:41Original anzeigen
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- Der Verband der Chemischen Industrie in Deutschland rechnet am Donnerstag damit, dass die Produktion der Chemie- und Pharmabranche im Jahr 2026 um 1,5 % zurückgehen wird. Grund dafür ist, dass die schwache Nachfrage in Europa zusammen mit dem anhaltenden Wachstum und Investitionsverlagerungen nach Asien die Grundlagen für eine Erholung der Branche vollständig untergraben.
- Im ersten Halbjahr schrumpfte die Produktion bereits um 3 %, der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 1 % auf 106 Milliarden Euro. Trotz eines Anstiegs der Erzeugerpreise um 2 % konnte der gleichzeitig rückläufige Absatz und Preisverfall die Gewinnschmälerung nicht kompensieren.
- Der Vorsitzende des Verbands wies darauf hin, dass die Nachfrage nach europäischen Chemieprodukten höchstens stagniert oder sogar in einzelnen Bereichen rückläufig ist. Asiatische Kunden erweitern gleichzeitig ihre Kapazitäten und verlagern Produktionsschritte in ihre Region, wodurch sich der Substitutionseffekt beim europäischen Export zunehmend bemerkbar macht.
- Der Verband hatte bislang angesichts der unsicheren Lage im Nahen Osten monatelang darauf verzichtet, Branchenprognosen zu veröffentlichen, ist aber der Ansicht, dass jede marginale Verbesserung in jüngster Zeit nicht ausreicht, um eine nachhaltige Trendwende einzuleiten.
- Die durch den Konflikt verursachten Lieferstörungen kamen zwar kurzfristig einzelnen europäischen Herstellern zugute, da asiatische Wettbewerber stärker von Rohstoffimporten abhängen und somit härter getroffen wurden, dennoch kann dieser Effekt die strukturelle Schwäche auf der Nachfrage- und Investitionsseite keinesfalls ausgleichen.
- Die Diskrepanz zwischen den pessimistischen Branchenaussichten und einzelnen Unternehmen, die ihre Gewinnerwartungen nach oben korrigieren, zeigt, dass die deutschen Chemieriesen ihre Produktionskapazitäten zunehmend auf den asiatischen Markt verlagern. Das heimische Produktionsnetz ist langfristig von einer De-Industrialisierung bedroht.
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