Bericht: ASML plant, die Preise für Lithographiemaschinen zu erhöhen, TSMC äußert dagegen Einwände
Die explosionsartig steigende Nachfrage nach AI-Chips treibt die Preissteigerungen voran. Laut Analysen sorgen starke Geschäftsergebnisse der Hauptkunden von ASML, darunter TSMC, Samsung und SK Hynix, dafür, dass das aktuelle Marktumfeld „günstige Bedingungen für Preiserhöhungen“ bietet. Der CFO erklärte, dass sich die Produktionseffizienz der Low NA EUV-Geräte kontinuierlich verbessert, was „erheblichen Spielraum“ für zukünftige Preiserhöhungen bietet.
Laut The Information unter Berufung auf informierte Kreise plant ASML, die Preise für seine Chip-Herstellungsgeräte zu erhöhen. Der größte Kunde, TSMC, hat den Preiserhöhungsplänen des niederländischen Lithografie-Maschinenherstellers bereits widersprochen.
ASML schloss am Mittwoch mit einem Minus von 0,41%.

ASML stellt extrem-ultraviolette (EUV) Lithografie-Maschinen her, die für die Produktion fortschrittlicher Halbleiter unerlässlich sind. Im Zuge des Booms rund um künstliche Intelligenz steigt die Nachfrage nach den Geräten des Unternehmens kontinuierlich.
Analyst Srini Pajjuri von RBC Capital Markets und weitere erklärten in einem Bericht am Montag, dass die wichtigsten Kunden von ASML, darunter TSMC, Samsung Electronics und SK hynix, starke Resultate zeigen, was das aktuelle Marktumfeld "für Preiserhöhungen geeignet" macht.
ASMLs Chief Financial Officer Roger Dassen erwähnte am Mittwoch in einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen ebenfalls, dass das Unternehmen möglicherweise die Preise für EUV-Lithografie-Maschinen mit niedriger numerischer Apertur (Low NA) anpassen werde. Er sagte:
"Wir verbessern fortlaufend die Produktionseffizienz der Low NA EUV-Geräte, wodurch sich für zukünftige potenzielle Preiserhöhungen ein beträchtlicher Spielraum ergibt."
Er ergänzte allerdings, dass aufgrund der langen Lieferzyklen von Gerätebestellungen selbst eine Preisanpassung nicht "sofort in der Preisgestaltung widergespiegelt" werde.
ASML kündigte zudem an, zum zweiten Mal in diesem Jahr die Umsatzprognose für das Gesamtjahr zu erhöhen und plant, die Produktionskapazitäten auszubauen, um der anhaltend steigenden Marktnachfrage gerecht zu werden. Das Unternehmen erwartet, dass der Nettoumsatz 2026 zwischen 43 und 45 Milliarden Euro (etwa 49,2 bis 51,5 Milliarden US-Dollar) liegen wird – höher als die allgemeine Erwartung der Analysten.
Gleichzeitig teilte ASML mit, dass sein Kunde Intel begonnen hat, die modernsten Lithografie-Maschinen des Unternehmens zur Chip-Produktion einzusetzen. ASML-CEO Christophe Fouquet sieht darin einen Beweis für die Marktreife der Maschine und betrachtet dies als ein positives Signal.
Zuvor hatte TSMC erklärt, dass die fortschrittlichste High Numerical Aperture (High NA) EUV-Lithografie-Maschine von ASML pro Stück mehr als 350 Millionen Euro (etwa 410 Millionen US-Dollar) kostet, was zu teuer für den Einsatz in der Massenproduktion sei. Sie werde derzeit lediglich für Forschungs- und Entwicklungszwecke eingesetzt.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Hinter dem KI-Schuldenboom: 70 Milliarden US-Dollar an außerbilanziellen, versteckten Verbindlichkeiten wecken Sorgen bei Anleiheinvestoren
Mit der Ankündigung von Nvidia über 500 Milliarden US-Dollar an AI-Finanzierungskooperationen sind die Sorgen des Anleihemarkts über etwa 70 Milliarden US-Dollar außerhalb der Bilanz stehender Schulden von AI-Unternehmen abrupt angestiegen. Diese Struktur ermöglicht es Chip-Giganten wie Nvidia und Broadcom, für die Verbindlichkeiten ihrer Kunden zu bürgen, ohne diese Verbindlichkeiten in ihre eigenen Bilanzen aufzunehmen. Mehrere Institutionen warnen, dass dies eine prozyklische Finanzkonstruktion ist und bei einem Abschwung der Branche erhebliche Risiken auf einmal auslösen könnte.

Optimales „AI-Blasen-Trading“: Gleichzeitiges Longgehen auf „Arroganz“ und „Vorurteil“


