"Außergewöhnlich hohe Fremdkapitalbelastung"! CoreWeave rutscht erneut ab, Analyst deckt wunden Punkt auf
Innerhalb eines Monats hat CoreWeave bereits zweimal einen fünffachen Kursrückgang erlebt. Die tödliche Schwachstelle dieses AI-Cloud-Dienstleisters liegt in seiner "außergewöhnlich hohen" Verschuldungsexponierung – sollte die Federal Reserve die Zinserhöhungen wieder aufnehmen, wären die Zinsschocks weitaus gravierender als bei der Konkurrenz. Die Derivatestrategie zur Absicherung von RAM-Preisen konnte den Markt nicht beruhigen, sondern hat die Investoren noch vorsichtiger gemacht. Eine hoch verschuldete Expansion war in der AI-Euphorie einst ein Beschleuniger, ist nun aber zur verwundbarsten Achillesferse geworden.
CoreWeave steht vor einer der schwersten Marktherausforderungen seit seinem Börsendebüt. Der Aktienkurs dieses AI-nativen Cloud-Service-Anbieters ist innerhalb eines Monats zweimal stark eingebrochen, und Analysten weisen darauf hin, dass die außergewöhnlich hohe Verschuldung des Unternehmens ihm in einem Umfeld steigender Zinssätze einzigartige Risiken beschert, die vergleichbare Unternehmen nicht haben.
In den vergangenen fünf Handelstagen hat der CoreWeave-Aktienkurs insgesamt 17,3% verloren, am Mittwoch ging es nochmals um 3,5% nach unten und die Verlustserie erstreckt sich nun über fünf Handelstage. Dies ist das zweite Mal innerhalb eines Monats, dass die Aktie mindestens fünf Tage in Folge fällt—zuvor hatte CoreWeave in den sechs Handelstagen bis zum 29. Juni kumulativ 19% verloren. Davor war das letzte Mal, dass CoreWeave mindestens fünf Tage in Folge gefallen ist, Anfang März dieses Jahres.

Ein Auslöser für diesen Ausverkauf war ein Bericht von Reuters—CoreWeave erwägt den Einsatz von Finanzderivaten, einschließlich Put-Optionen, um das Risiko eines drastischen Preisverfalls bei Arbeitsspeicher abzusichern. Gleichzeitig nehmen die Sorgen über eine mögliche Zinserhöhung der US-Notenbank wieder zu, was den Wert dieses hochverschuldeten Unternehmens weiter belastet.
„Außergewöhnlich hohes“ Schuldenrisiko, Zinsanstieg trifft weit über Branchendurchschnitt hinaus
Aus Sicht der Analysten trifft die Zinsentwicklung CoreWeave deutlich härter als den Branchendurchschnitt. D.A. Davidson-Analyst Gil Luria erklärte gegenüber MarketWatch, dass höhere Zinssätze und eingeschränkter Zugang zu Kapital möglicherweise ein „CoreWeave-spezifisches Problem“ darstellen, da das Unternehmen einem „außergewöhnlich hohen Schuldenrisiko“ ausgesetzt ist.
In der vergangenen Woche zeigten die Sitzungsprotokolle der US-Notenbank, dass die Beamten Gründe für eine Zinserhöhung im Juni diskutierten, was die Erwartung einer Zinserhöhung am Markt schlagartig steigen ließ. Die daraufhin veröffentlichten US-Inflationsdaten fielen jedoch niedriger aus als erwartet, sodass Händler ihre Prognosen für Zinserhöhungen teilweise zurücknahmen.
Seaport Research-Analyst Jay Goldberg äußerte ebenfalls gegenüber MarketWatch, dass der Reuters-Bericht zusammen mit den breiteren Zinsängsten die Hauptgründe für die aktuelle Schwäche des Aktienkurses seien. Für CoreWeave, das stark auf Fremdfinanzierungen zur Unterstützung der massiven Expansion seiner AI-Infrastruktur angewiesen ist, würde jede Erhöhung der Finanzierungskosten direkt den finanziellen Spielraum schmälern.
RAM-Hedging: Markt hat Zweifel an Derivatstrategien
Reuters berichtet, CoreWeave prüfe den Einsatz von Put-Optionen zur Absicherung gegen sinkende RAM-Preise—dieser Umstand allein sorgte bereits für erhöhte Wachsamkeit bei Investoren. CoreWeave hat langfristige RAM-Lieferverträge mit Micron Technology und SanDisk abgeschlossen, die üblicherweise einen Mindestpreis vorsehen.
Da die RAM-Nachfrage die Versorgung stetig übersteigt, sind die Preise stark gestiegen, wodurch der Markt befürchtet: Sollte das Verhältnis von Angebot und Nachfrage kippen und die Preise fallen, wie groß wäre CoreWeaves Risikoposition?
Gil Luria weist darauf hin, dass Investoren in Anbetracht des zunehmenden Wettbewerbs im AI-Cloud-Geschäft möglicherweise beunruhigt sind, wenn CoreWeave versucht, seine Performance durch den Einsatz von Finanzderivaten zu verbessern.
Wettbewerbsdruck nimmt zu, Marktvertrauen unter Belastung
Die aktuellen Herausforderungen für CoreWeave—überhöhte Fremdfinanzierung, volatile RAM-Preise und zunehmender Wettbewerb im AI-Cloud-Markt—wirken gleichzeitig. Die Wall Street hat CoreWeaves Investment-Grade-Kreditwürdigkeit und die für den Ausbau der AI-Infrastruktur genutzten Finanzierungsstrategien lange skeptisch betrachtet, und das derzeitige Zinsumfeld verstärkt diese Bedenken erheblich.
Für Investoren verdeutlicht der Fall CoreWeave ein zentrales Risiko: Die Fragilität von Expansionsmodellen mit hoher Verschuldung im Zuge des AI-Infrastruktur-Booms kann sich bei einer Verschärfung des Finanzierungsumfelds deutlich stärker auswirken als vom Markt bisher eingepreist.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen

Hinter dem KI-Schuldenboom: 70 Milliarden US-Dollar an außerbilanziellen, versteckten Verbindlichkeiten wecken Sorgen bei Anleiheinvestoren
Mit der Ankündigung von Nvidia über 500 Milliarden US-Dollar an AI-Finanzierungskooperationen sind die Sorgen des Anleihemarkts über etwa 70 Milliarden US-Dollar außerhalb der Bilanz stehender Schulden von AI-Unternehmen abrupt angestiegen. Diese Struktur ermöglicht es Chip-Giganten wie Nvidia und Broadcom, für die Verbindlichkeiten ihrer Kunden zu bürgen, ohne diese Verbindlichkeiten in ihre eigenen Bilanzen aufzunehmen. Mehrere Institutionen warnen, dass dies eine prozyklische Finanzkonstruktion ist und bei einem Abschwung der Branche erhebliche Risiken auf einmal auslösen könnte.

Optimales „AI-Blasen-Trading“: Gleichzeitiges Longgehen auf „Arroganz“ und „Vorurteil“

