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Während der Goldpreis hart bei 4.000 US-Dollar kämpft, verkündet Fidelity International: „Wenn die fiskalische Disziplin nicht zurückkehrt, bleibt der Bullenmarkt bei Gold bestehen.“ Das Unternehmen plant eine Rückkehr zu einer Übergewichtung.

Während der Goldpreis hart bei 4.000 US-Dollar kämpft, verkündet Fidelity International: „Wenn die fiskalische Disziplin nicht zurückkehrt, bleibt der Bullenmarkt bei Gold bestehen.“ Das Unternehmen plant eine Rückkehr zu einer Übergewichtung.

智通财经智通财经2026/07/16 13:16
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Von:智通财经

Abseits von kurzfristigen Schwankungen und Stimmungsschwankungen planen einige große, langfristig orientierte institutionelle Investoren ihre Strategien aus einer längerfristigen Perspektive. Ian Samson, Multi-Asset-Fondsmanager bei Fidelity International, erklärte kürzlich, dass Fidelity plant, zur Übergewichtung von Gold zurückzukehren – die einzige Frage sei dabei das richtige Timing.

German Finance APP berichtet, dass angesichts einer neuen militärischen Offensive der USA gegen Iran und steigender internationaler Ölpreise der Goldmarkt aktuell mit der psychologischen Schwelle von 4000 Dollar pro Unze ringt. Auf der einen Seite planen große Institute wie Fidelity International aufgrund mangelnder fiskalischer Disziplin und anhaltender Goldkäufe durch Zentralbanken, ihre Goldpositionen wieder aufzustocken; auf der anderen Seite führen hohe Energiepreise zu Inflations- und Zinssorgen, wodurch das zinslose Asset Gold immer wieder unter Druck gerät.

Dies bringt die Marktteilnehmer in ein Dilemma: Inflationängste und Wachstumsverlangsamung – wer wird in der zweiten Jahreshälfte zum dominierenden makroökonomischen Narrativ für den Goldpreis?

Neue geopolitische Spannungen, Goldpreiserholung von kurzer Dauer

Aktuelle Daten zeigen, dass der Goldpreis am Donnerstag um 0,9 % sank und sich auf rund 4025 Dollar pro Unze zurückzog, womit er die zuvor durch US-Inflationsdaten verursachten Gewinne wieder abgab.

Der direkte Auslöser für den Rückgang war eine erneute Eskalation im Nahen Osten – die USA führten eine neue Angriffswelle auf Iran durch. US-Präsident Trump versprach, die Bombardierung zu intensivieren, bis Iran seine Angriffe auf die Straße von Hormus einstellt und die Wasserwege öffnet. Das im letzten Monat unterzeichnete kurzfristige Friedensabkommen ist faktisch gescheitert, und der Brent-Ölpreis stieg auf rund 85 Dollar pro Barrel. Die Preise für raffiniertes Öl wie Diesel, Benzin und Kerosin erreichten sogar ein Niveau von rund 160 Dollar pro Barrel.

Während der Goldpreis hart bei 4.000 US-Dollar kämpft, verkündet Fidelity International: „Wenn die fiskalische Disziplin nicht zurückkehrt, bleibt der Bullenmarkt bei Gold bestehen.“ Das Unternehmen plant eine Rückkehr zu einer Übergewichtung. image 0

Zuvor hatte der Goldpreis aufgrund schwächer als erwarteter Verbraucher- und Produzentenpreisindexzahlen aus den USA kurzzeitig um fast 100 Dollar zugelegt und die Marke von 4100 Dollar pro Unze zurückerobert. Händler reduzierten damals schnell ihre Wetten auf eine kurzfristige Restriktion durch die US-Notenbank. Doch der Wiederanstieg der Ölpreise und die neuen US-Angriffe auf Iran entfachten rasch die Sorge, dass hohe Energiekosten erneut zur Inflation durchschlagen – dies führte zu Erwartungen weiterer Restriktionen in der Geldpolitik, worauf der Goldpreis prompt zurückfiel und erneut in eine breite Konsolidierungsphase eintrat, die bereits in den vergangenen Wochen aufgebaut wurde.

Auf längere Sicht befindet sich Gold weiterhin in einem ausgeprägten Korrekturmodus, nachdem es Ende Januar von seinem Allzeithoch von nahezu 5600 Dollar pro Unze nach unten drehte. Im zweiten Quartal fiel der Goldpreis um insgesamt 14 % – das schlechteste Quartal seit 2013. Seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang etwa 7 %, liegt aber immer noch rund 20 % über dem Vorjahresniveau.

Inflation oder Rezession? Marktlogik im "Zwiegespaltenen Zustand"

Die aktuelle Unfähigkeit des Goldpreises, eine eindeutige Richtung einzuschlagen, liegt in einem inneren Widerspruch der makroökonomischen Logik. Im traditionellen Preissetzungsmodell führt ein Anstieg der Ölpreise zu höheren Inflationserwartungen, stärkt US-Staatsanleiherenditen und den Dollar, wodurch die Opportunitätskosten für das Halten des zinslosen Goldes steigen. Diese Wirkungskette zeigte sich zu Wochenbeginn, als die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit über einem Jahr kletterte.

Ole Hansen, Leiter Rohstoffstrategie bei SAXO Bank, weist jedoch darauf hin, dass die Widerstandsfähigkeit des Goldpreises bei 4000 Dollar darauf hindeutet, dass Investoren sich nicht mehr alleine auf kurzfristige Inflationseffekte durch steigende Ölpreise konzentrieren, sondern zunehmend deren langfristige Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum berücksichtigen. Anhaltend hohe Energiekosten belasten den Konsum, reduzieren Unternehmensmargen und dämpfen Investitionen – wenn solche Rezessionssorgen die Inflationsängste überwiegen, könnte der Wert von Gold als defensives Asset wieder zur dominierenden Kraft werden.

Hansen sieht den Markt aktuell zwischen zwei makroökonomischen Themen hin- und hergerissen: einerseits Inflationssorgen, hohe Anleiherenditen und ein starker Dollar; andererseits Wirtschaftsabschwächung, fiskale Schuldenprobleme und das Risiko von Währungsabwertung. Bis die Situation klarer wird, dürfte Gold weiterhin im Bereich von 3950 bis 4200 Dollar schwanken. Ein dauerhafter Durchbruch über 4200 Dollar würde bedeuten, dass der Markt das Inflationsnarrativ vollständig hinter sich lässt und sich breiteren ökonomischen Folgen des Energieschocks zuwendet; ein klarer Rückgang unter 3950 Dollar hingegen signalisiert, dass Inflationsangst und Restriktionserwartungen wieder das Ruder übernehmen.

Innerhalb der Federal Reserve verstärken sich die Meinungsverschiedenheiten und damit die Unsicherheit am Markt. Fed-Präsident Kevin Walsh erneuerte bei seiner Zeugenaussage im Kongress das Commitment zur Wiederherstellung der Preisstabilität und betonte, dass Zinssätze weiterhin ein Instrument der Inflationssteuerung seien – während er gleichzeitig Geduld forderte. Außerdem widersprach er in Gesprächen mit Parlamentariern der Ansicht, dass der AI-Investmentboom die Inflation verstärke, und verwies wiederholt auf seine Unabhängigkeit.

Andere Entscheidungsträger äußerten sich hingegen unterschiedlich: Direktorin Lisa Cook machte klar, dass sie "bereit ist zu handeln, sofern keine Anzeichen für ein schnelles Abflauen der Inflation zu erkennen sind"; New York Fed-Präsident John Williams hingegen sieht das aktuelle Zinsniveau "an einem guten Punkt für das Erreichen der Ziele". Dieses "Falken-Tauben-Bild" macht die Edelmetallmärkte besonders empfindlich für kommende Konjunkturdaten und Schwankungen der Energiepreise.

Fidelity: Langfristig bullisches Narrativ bleibt unverändert, Einstieg zu gegebener Zeit

Abseits von kurzfristigen Schwankungen und Stimmungsumschwüngen planen einige große, langfristig orientierte institutionelle Investoren ihre Portfolio-Neuausrichtung aus längerfristiger Sicht. Ian Samson, Multi-Asset-Fondsmanager bei Fidelity International, erklärte kürzlich, dass Fidelity plant, wieder eine Übergewichtung bei Gold einzugehen – einzig der richtige Zeitpunkt sei noch offen.

Samson hatte zwischen Januar und Februar dieses Jahres – also kurz vor und nach dem abrupten Ende des mehrjährigen Gold-Bullenmarkts – die Goldposition im Multi-Asset-Portfolio auf neutral reduziert. Rückblickend begann der Preissturz von seinem Allzeithoch von nahezu 5600 Dollar Ende Januar und beschleunigte sich nach Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten im Februar.

"Aus taktischer Sicht sind aktuell die bullischen und bärischen Faktoren am Goldmarkt nahezu ausgeglichen," so Samson. Er erwartet bis zum Jahresende einen leichten Anstieg des Goldpreises gegenüber dem aktuellen Niveau, das eigentliche Comeback des Bullenmarkts könnte aber erst 2027 stattfinden. Seiner Meinung nach gibt es nur ein Szenario, das das langfristig bullische Narrativ beim Gold ernsthaft erschüttern könnte: "Ein Welt, in der Regierungen wieder fiskalische Disziplin entdecken und Zentralbanken sich wirklich bemühen, Inflation zu besiegen. Aber davon sehe ich im aktuellen Makroumfeld nichts."

Neben dem makroökonomischen Steuerungsrahmen beobachtet Samson aufmerksam die weitere Entwicklung der Ölpreise, die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank sowie die Fähigkeit des Goldes, eigene Momentum zu gewinnen und zu halten. Auf technischer Ebene gilt das Überschreiten des 50-Tage-Gleitenden Durchschnitts über die langfristigen Indikatoren oder Preise über 4300 Dollar pro Unze als frühes, beachtenswertes Bullensignal.

Käufe von staatlichen Institutionen bieten dem Goldpreis eine solide Unterstützung für den langfristigen Mittelpunkt. Eine gemeinsame Umfrage vom World Gold Council und YouGov zeigt, dass die Anzahl der Zentralbanken, die planen, ihre Goldreserven dieses Jahr zu erhöhen, einen historischen Höchststand erreicht hat. Samson bringt es auf den Punkt: "Wenn solche großen, strukturellen und strategischen Käufer im Markt sind, wird der Goldpreis fast zwangsläufig steigen."

Diese Einschätzung wird auch von Veränderungen bei den ETF-Beständen bestätigt – SAXO Bank beobachtet, dass nach der letzten Verkaufswelle die Bestände der Gold-ETFs inzwischen fast stabil sind. Dies deutet darauf hin, dass die aggressive Verkaufsphase fast vorbei ist, auch wenn neue Allokationsgelder bisher noch nicht im großen Umfang eingeströmt sind.

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