Ehemaliger Fed-Beamter: Rückgang der Inflation im Juni kann Zinserhöhung im Juli nur aufschieben, hohe Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhung im September und eine Anhebung reicht nicht aus
汇通网, 16. Juli—— Der ehemalige Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, James Bullard, analysiert, dass die leicht abgeschwächte Inflation im Juni lediglich die Zinserhöhung der Fed im Juli verzögern kann. Unter der 3%-Inflationsgrenze ist eine Straffung im September weiterhin wahrscheinlich, eine einmalige Zinserhöhung reicht nicht aus, um die Persistenz der Inflation zu beseitigen. Er unterstützt die zügige Bilanzverkürzung sowie moderate Marktvolatilität und plädiert dafür, starre Forward Guidance abzuschaffen, um die Flexibilität der Geldpolitik zu erhalten. KI verbessert langfristig die Produktivität, jedoch sind kurzfristige Gewinne schwer realisierbar und beeinflussen nicht den derzeit restriktiven geldpolitischen Kurs.
James Bullard, ehemaliger Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis und aktueller Dekan der Purdue University School of Business, verfügt über umfangreiche praktische Erfahrung im Umgang mit mehreren großen Wirtschafts- und Finanzkrisen. Angesichts der bevorstehenden halbjährlichen Anhörung des neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh im US-Kongress und schwächerer Inflationsdaten im Juni erläutert er systematisch seine vollständigen politischen Überlegungen.
Er
Inflationsdruck ist hartnäckig, Zinspause im Juli, aber hohe Wahrscheinlichkeit für Straffung im September
Bullard erklärt, dass die schwächeren Inflationsdaten im Juni von kurzfristigem Vorteil sind, aber nur ein einzelner Monat reicht nicht aus, um die generelle Persistenz der Inflation zu brechen. Die Energiepreise werden nur in geringem Maße an andere Bereiche weitergegeben, und die geopolitischen Konflikte im Nahen Osten sind nicht schnell zu lösen, sodass Ölpreise kaum nachhaltig sinken können. Die amerikanische Binnenwirtschaft bleibt robust; Vermögenszuwächse bei einkommensstarken Haushalten fördern die Konsumstabilität, Investitionen in KI sorgen für anhaltende wirtschaftliche Dynamik und es bleibt eine endogene Preisantriebskraft bestehen.
Fünf Jahre Inflationsüberschreitung, politische Stärke muss weiter erhöht werden
Die US-Inflation lag fünf Jahre in Folge über dem Zielbereich; die aggressive Zinserhöhung 2022 bis 2023 hat die Inflation deutlich gedrückt, aber in den letzten zwei Jahren bleiben 130 bis 140 Basispunkte überschüssige Inflation, die Regulierung schreitet weniger schnell voran als erwartet. Bullard findet es wenig überzeugend, die steigende Inflation nur temporären Faktoren wie Zöllen zuzuschreiben,
Er befürwortet einen präzisen 2%-Zielpunkt und lehnt einen Zielkorridor ab – dieser würde erwarten lassen, dass die Zentralbank passiv bleibt und die Inflation meist am oberen Ende des Korridors verharrt. Hohe Inflation verzerrt Preissignale im Markt, erschwert die Entscheidung von Unternehmen und Verbrauchern und laut Marktforschung ist eine langanhaltende Preissteigerung für die Marktteilnehmer kaum tragbar.
Bilanzverkürzung muss schrittweise erfolgen, moderate Marktvolatilität hat Analysewert
Beim Thema Fed-Bilanzverkürzung stimmt Bullard mit Warsh überein und unterstützt die Einrichtung spezieller Arbeitsgruppen zur systematischen Untersuchung des Bilanzabbaus. Er erklärt, dass die Fed im historischen Vergleich auch mit kleinerer Bilanz effektiv das Finanzsystem stabilisieren konnte, es ist nicht notwendig, das derzeitige Hochbilanzniveau zu halten. Die Bilanz ist ein Kerninstrument der Geldpolitik und sollte nicht als bloße Finanzinfrastruktur betrachtet werden.
Innerhalb der Fed schwanken die Einstellungen zur Bilanzverkürzung: manchmal wird Anleihekäufen ein Einfluss auf die Zinskurve zugeschrieben, manchmal werden sie nur als Instrument zur Stabilisierung des Marktes gesehen, künftig müssen die Meinungen vereinheitlicht werden. Kurzfristige Marktvolatilität muss nicht ganz ausgeglichen werden, sondern gibt wertvolle Handelssignale, der Bilanzabbau sollte sowohl die politischen Ziele als auch Marktmechanismen berücksichtigen.
Verzicht auf starre Forward Guidance, mehr Flexibilität für geldpolitische Anpassungen
Bullard unterscheidet zwischen zwei Arten von Forward Guidance: Regelbasierte politische Szenarien sind nützlich, aber starre Guidance, die einen Zinspfad vorab festlegt, hat gravierende Nachteile – sie schränkt die Flexibilität ein. Das Fehlverhalten bei den Zinserhöhungen Ende 2018 ist ein typisches Beispiel: Damals war die Fed an frühere Guidance gebunden und erhöhte die Zinsen trotz schwächerer Wirtschaftsdaten, mit heftigen Marktreaktionen und darauf folgender rascher Lockerung der Politik.
Warsh will Festlegung auf festgelegte Politikpfade vermeiden, und passt die Zinspolitik flexibel anhand aktueller Wirtschaftsdaten an. Kurzfristige, unerwartete Änderungen und resultierende Marktvolatilität sind akzeptabel. In der Anfangsphase von Paul Volckers Amtszeit war das Vertrauen in die Fed schwach, erst harte, unerwartete Maßnahmen schafften Glaubwürdigkeit. Heute genießt die Fed ausreichend Reputation, daher muss die Geldpolitik nicht übermäßig aggressiv sein, flexible Anpassung ist besser für die komplexe Lage geeignet.
KI steigert langfristig die Produktivität, kurzfristige Branchendividenden bleiben aus
Bullard verweist auf den Boom der Informationstechnologie in den 1990ern und sieht in aktueller künstlicher Intelligenz ebenfalls eine gesunde Industrieblase, die langfristig das Produktionspotenzial erhöht und tief in die reale Wirtschaft eindringen wird. Die praktische Umsetzung neuer Technologien zur Mittelungsänderung unternehmerischer Organisation braucht jedoch Zeit – kurzfristig sind Gewinne in makroökonomischen Daten kaum sichtbar, viele KI-Unternehmen haben noch kein stabiles, profitables Geschäftsmodell und die Branche ist von Unsicherheit geprägt, Investitionsbegeisterung sollte rational betrachtet werden.
Fazit
Alles in allem kann die kurzfristige Inflationsabschwächung im Juni die hartnäckige, endogene US-Inflation nicht lösen. Unter der 3%-Grenze behält die Fed für das gesamte Jahr Zinserhöhungsoptionen – Beobachtung im Juli, Straffung im September sind der wahrscheinlichste Politikpfad. Bei Bilanzmanagement sollte die Zentralbank die Forschung zur Bilanzverkürzung schrittweise vorantreiben und die durch moderate Marktvolatilität gesendeten Signale nutzen. Ferner sollte starre Forward Guidance aufgegeben werden – Zinspolitik wird flexibel anhand Echtzeitdaten festgelegt. Künstliche Intelligenz hat langfristigen Wert für das wirtschaftliche Potenzial, kann jedoch kurzfristig den geldpolitischen Kurs nicht beeinflussen. Der Markt muss weiterhin geopolitische Energiedaten, Inflationszahlen und die von Notenbankern übermittelten politischen Signale im Blick behalten.
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