US-Präsident spricht am Donnerstag, Zwischenwahlen begrenzen politischen Handlungsspielraum, versteckte Risiken hoher Zinssätze bei US-Staatsanleihen
German Financial News, 15. Juli—— Bärenmarkt für US-Staatsanleihen, das Risiko steigender Zinssätze bleibt bestehen
Die aktuelle Kernentwicklung in den USA lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Midterm-Wahlen im November setzen Trump in seiner Regierungsführung komplett fest, und führen zu einer „doppelten Pattsituation“ – kein Krieg, keine Zinserhöhung. Dieses Muster beeinflusst direkt die jüngste Entwicklung von US-Dollar, Energie und US-Staatsanleihen sowie anderen großen Assetklassen und stellt derzeit die zentrale Logik der Preisgestaltung an den globalen Finanzmärkten dar.
Trump bereitet derzeit häufig seine landesweiten TV-Reden zur Prime-Time am Donnerstag vor, mit Fokus auf Themen wie Wahl-Sicherheit und Reform des Wahlsystems. Im Kern handelt es sich um eine mediale Kampagne im Vorfeld der Midterm-Wahlen, die auch zeigt, dass sein politischer Schwerpunkt sich klar nach innen verlagert; außenpolitische Konflikte und fiskalisch-monetäre Steuerung sind durch äußere Beschränkungen blockiert.
Wahlen als striktes Hindernis, Politik gibt radikalen Kurs vollständig auf
Die Midterm-Wahlen dienen als striktes Hindernis für Trumps Politik und führen zu einem Dilemma in der Regierungsführung.
Um die Kongresssitze der Republikaner zu halten und seine eigene Entscheidungsfähigkeit zu bewahren,
Geopolitische Sackgasse: Krieg treibt Inflation, Waffenstillstand schadet der Bilanz
Geopolitisch steckt Trump in einer extremen Zwickmühle: „Will kämpfen, wagt aber nicht; will Frieden, aber nicht auf Kosten der Bilanz“.
Wahlkampfrhetorik fokussiert Innenpolitik; kein echter Markteffekt
Auf der Ebene der innenpolitischen Wahlkampagne bringt Trump weiterhin das Thema Wahlbetrug bei den Wahlen 2020 auf, treibt Wähler-ID-Pflicht und Einschränkung von Briefwahlregelungen voran, und initiiert sogar Regierungsuntersuchungen zu den Wahlen in Kalifornien und Georgia,
Das Hauptziel ist, durch die Verbesserung der Wahlregeln und Hervorhebung von Wahlsicherheit die Stammwählerschaft zu stabilisieren und die Kongresswahlen der Republikaner abzusichern. Diese rein innenpolitische Wahlkampfrhetorik bringt keine substantiellen politischen Veränderungen, löst weder geopolitische Konflikte aus noch bringt sie fiskalische Anreize. Sie beeinflusst den Markt lediglich kurzfristig emotional und kann die Trends großer Assetklassen nicht verändern.
Wahlen bremsen Geldpolitik, keine Zinserhöhungen belasten Rendite von US-Staatsanleihen
Das zugrunde liegende Argument ist nach wie vor der Zwang durch die Midterm-Wahlen: Die Stabilität der US-Wirtschaft ist begrenzt, Beschäftigung und Inflation sind fragil, das Trump-Team will aufgrund der Sorge vor Wirtschaftsvolatilität und zur Bewahrung des Wählervertrauens keine Zinserhöhungen durch die Federal Reserve zulassen,
Bezogen auf die Preisbildung von US-Staatsanleihen, führen die Midterm-Wahlen zu feststehenden Erwartungen einer lockeren Geldpolitik, der geopolitische Stillstand drückt risikobedingte Aufschläge, und das abflachende Inflationsniveau sorgt gemeinsam dafür, dass die Renditen von US-Staatsanleihen sinken.
(Die Renditeaufschläge der US-Staatsanleihen zeigen aktuell eine Bärenmarkt-Flachheitsstruktur, was ungünstig für Gold und andere auf lange Sicht rentierende Assets ist)
Gleichzeitig steigt die Rendite der 2-jährigen Staatsanleihen langsamer als bei den 10- und 30-jährigen Anleihen – dies deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren US-Staatsanleihen verlassen könnten und erwarten, dass die US-Zinssätze auch künftig auf hohem Niveau bleiben. Dies drückt den Goldpreis und den Aktienmarkt – dieses Risiko sollten Trader beachten.
(Die kombinierte Renditeentwicklung bei 2- und 10-jährigen US-Staatsanleihen, Quelle: Easy Forex)
Also: Vor der Rede des Präsidenten gingen die US-Staatsanleihen zurück, verschiedene Assets erholten sich, aber der Kurs der US-Staatsanleihen zeigt, dass dies wohl ein temporäres Hoch ist.
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