Bitunix-Analyst: Geopolitische Spannungen erhöhen erneut den Risikoaufschlag, die Kerninflation ist der eigentliche entscheidende Faktor
BlockBeats News, 14. Juli. Die Vereinigten Staaten kündigten eine Blockade iranischer Häfen an, der Iran hält die Straße von Hormus geschlossen und der Konflikt im Nahen Osten eskaliert weiter, was erneut die Unsicherheit in der globalen Energieversorgung erhöht. Obwohl der Iran das Exportverbot für Erdöl aufgehoben hat, bleibt die Straße von Hormus ein wichtiger Durchgang für etwa ein Fünftel des weltweit verschifften Rohöls. Jegliche Störung des Schiffsverkehrs wird die globalen Energiekosten in die Höhe treiben und den Markt zwingen, die Inflationsrisiken in den kommenden Monaten neu zu bewerten, anstatt sich nur auf kurzfristige Schwankungen des Ölpreises zu konzentrieren.
Heute Abend richtet sich die Aufmerksamkeit des Marktes auf den US-CPI für Juni und die Anhörung von Federal Reserve Vorsitzenden Powell vor dem Kongress. Allgemein wird erwartet, dass der Gesamt-CPI aufgrund sinkender Energiepreise im Juni abkühlt. Entscheidend für die Ausrichtung der Geldpolitik ist jedoch die Kerninflation. Bleiben die Preise für Dienstleistungen wie Gesundheitswesen, Versicherungen und Finanzen stark wachsend, zeigt das, dass sich der Inflationsdruck in den USA zunehmend von einer energiegetriebenen Inflation hin zu einer strukturellen Dienstleistungsinflation verschiebt. Auch wenn der Gesamt-CPI sinkt, reicht das nicht aus, um die Haltung der Fed zu höheren Zinssätzen zu ändern.
Bemerkenswert ist, dass der Markt inzwischen nahezu vollständig einen Zinsschritt im September und insgesamt zwei Zinserhöhungen bis März nächsten Jahres eingepreist hat. Fed-Gouverneur Waller hat ausdrücklich erklärt, dass das FOMC bei einer weiteren überraschend hohen Kerninflation eine kurzfristige Straffung der Geldpolitik in Betracht ziehen muss. Das bedeutet, dass der Markt heute Abend nicht nur einzelne CPI-Daten handelt, sondern vielmehr, ob die Fed genügend Gründe hat, den Kurs einer "länger anhaltenden Hochzinsphase" weiter zu verstärken oder eine noch schnellere Straffung umzusetzen.
Andererseits bleibt AI das zentrale Thema der globalen Investitionsausgaben. Meta kündigte eine zusätzliche Investition von 40 Milliarden Dollar in Rechenzentren an, die südkoreanische Regierung hob aufgrund des optimistischen AI-Chipmarkts die Steuerschätzungen für die Zukunft an, und der Umsatz von TSMC ist im Juni im Jahresvergleich um 68 % gestiegen und erreichte ein Allzeithoch. Das zeigt, dass die globale AI-Infrastruktur weiterhin stark expandiert. Auch wenn die Gesamt-Nachfrage durch hohe Zinsen unter Druck steht, ziehen AI-bezogene Unternehmen weiter Kapital an, und es gibt keine klaren Anzeichen für eine grundlegende Abkühlung der Tech-Branche.
Mit Blick auf heute Abend geht es beim CPI-Bericht nicht nur um die Bestätigung, ob die Inflation im Juni abgekühlt ist, sondern auch darum, ob die Markteinschätzung zur zukünftigen Inflationsstruktur zutreffend ist. Bleibt die Kerninflation hartnäckig hoch und verschärfen sich die Energierisiken im Nahen Osten weiter, hat die Fed noch stärkere Argumente, ihren restriktiven Kurs beizubehalten. Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen und der Dollar könnten auf erhöhtem Niveau bleiben und Risikowerte werden weiter von hohen Refinanzierungskosten belastet. Nachdem BTC gestern den Widerstand bei 63.000 Dollar nicht halten konnte, bleibt kurzfristig abzuwarten, ob die psychologische Unterstützung bei 60.000 Dollar getestet wird. Die heutigen Inflationsdaten und die Aussagen der Fed werden entscheidende Impulse für die kurzfristige Kursentwicklung liefern.
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