Fed-Präsidentenwechsel = starker Rückgang der US-Aktienmärkte?
2. Nehmen wir Powell als Beispiel. Er legte am 5. Februar 2018 seinen Amtseid ab, der Flash-Crash Anfang 2018 ereignete sich tatsächlich bereits am 26. Januar. Nach Berechnungsmethode A lag der maximale Drawdown in Powells ersten sechs Monaten bei 2,56 %, nach Methode B bei 9,45 %. Beides liegt weit unter dem im Chart dargestellten Wert.
3. Außerdem gilt: Unabhängig von der verwendeten Berechnungsmethode gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen dem maximalen Drawdown innerhalb von sechs Monaten nach Amtsantritt eines Fed-Präsidenten und dem Drawdown in beliebigen sechs Monaten in der Geschichte des S&P500.
4. Angenommen, wir verwenden Definition A für den Drawdown:
1) Die maximalen Drawdowns der letzten sieben Präsidenten binnen sechs Monaten nach Amtsantritt:
Miller (1978-03-08): 0,00 %
Volcker (1979-08-06): 4,25 %
Greenspan (1987-08-11): 32,82 %
Bernanke (2006-02-01): 4,58 %
Yellen (2014-02-03): 0,00 %
Powell (2018-02-05): 2,56 %
2) Die Verteilung des maximalen Drawdowns des S&P500 in beliebigen sechs Monaten:
10%-Perzentil: 0,09 %
25%-Perzentil: 1,44 %
75%-Perzentil: 8,98 %
90%-Perzentil: 16,24 %
Die Mediane sind fast identisch. Bei einem Mittelwertvergleich zeigen sowohl t-Test (p=0,2870) als auch Wilcoxon-Test (p=0,3438) keinen signifikanten Unterschied.
5. Wenn wir Definition B für den Drawdown verwenden:
1) Die maximalen Drawdowns der letzten sieben Präsidenten binnen sechs Monaten nach Amtsantritt:
Burns (1970-02-01): 23,21 %
Miller (1978-03-08): 17,12 %
Volcker (1979-08-06): 13,31 %
Greenspan (1987-08-11): 33,51 %
Bernanke (2006-02-01): 7,70 %
Yellen (2014-02-03): 12,38 %
Powell (2018-02-05): 9,45 %
2) Die Verteilung des maximalen Drawdowns des S&P500 in beliebigen sechs Monaten in der Geschichte:
10%-Perzentil: 7,80 %
25%-Perzentil: 9,97 %
75%-Perzentil: 17,74 %
90%-Perzentil: 22,12 %
6. Zusammenfassend: Historisch gesehen gibt es in beliebigen sechs Monaten fast immer einen deutlichen Rückgang bei US-Aktien – das ist die Normalität und auch für die kommenden sechs Monate nicht überraschend. Da die Bewertung der US-Aktien auf einem historisch sehr hohen Niveau liegt, könnte der zukünftige Drawdown sogar über dem historischen Median liegen.
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