Der genaueste Analyst meldet sich am Wochenende erneut zu Wort
Quelle: Globaler Marktbericht
Der als genauste Analyst der Wall Street geltende Michael Harnett, Chief Investment Officer von Bank of America, veröffentlichte diese Woche ein Markt-Update. Das Bemerkenswerte an diesem Bericht ist nicht ein bestimmtes Fazit, sondern vielmehr die „Kontraste“.
1) Erster Kontrast: Die Indizes sind stark, aber Gelder fließen ab
Nach Daten von BofA flossen in der vergangenen Woche 55 Milliarden US-Dollar in Bargeld, 29,1 Milliarden US-Dollar in Anleihen, aus Aktien flossen 13,9 Milliarden US-Dollar ab, aus US-Aktien sogar 17,2 Milliarden US-Dollar – das ist der größte Abfluss seit März. Aus Kryptowährungen wurden 2 Milliarden US-Dollar abgezogen, aus Gold 3 Milliarden US-Dollar – der siebte Wochenrückgang in Folge. Dies ist also kein bedingungsloser Bullenmarkt, sondern ein Markt, der „während des Anstiegs Risiken abbaut“.
2) Zweiter Kontrast: Aktien gesamt mit Abflüssen, aber Technologie-Aktien mit Zuflüssen
US-Aktien verzeichneten insgesamt einen Abfluss von 17,2 Milliarden US-Dollar, doch Technologie-Aktien einen Zufluss von 14,3 Milliarden US-Dollar. Zudem könnten die Zuflüsse in Technologie-Aktien in diesem Jahr ein Rekordniveau erreichen. Das zeigt: Der Markt kauft zwar Aktien, aber nur von den Bereichen, an die er wirklich glaubt.
3) Dritter Kontrast: Schwache Beschäftigungszahlen, aber möglicherweise starke Gewinne
Obwohl die Beschäftigungszahlen im Juni schwach ausfielen, könnten die Unternehmensgewinne im Jahr 2026 sehr stark sein. Wenn der Arbeitsmarkt lediglich wegen eines Wirtschaftsabschwungs schwächer wird, ist das für den Aktienmarkt gefährlich; wenn die Schwäche jedoch auf Produktivitätssteigerungen und Effizienzgewinnen in den Unternehmen beruht, muss das für den Aktienmarkt nicht gefährlich sein und die Gewinnmargen könnten sogar weiter steigen.
4) Vierter Kontrast: Gold steigt stark, aber es fließen weiterhin Gelder ab
Gold steigt kontinuierlich und hat die Marke von 4.100 US-Dollar zurückerobert, doch laut BofA-Daten verzeichnen Goldfonds seit sieben Wochen in Folge Abflüsse. Der Anstieg des Goldpreises erfolgt damit ohne Bestätigung durch Kapitalzuflüsse, was kurzfristig für Schwankungen sorgt.
Außerdem erreicht der Bull & Bear-Indikator der Bank of America 9,5 und liegt damit nahe am historischen Höchststand – ein Signal, das ernst genommen werden sollte. Es bedeutet jedoch nicht „morgen ein Crash“: In der Vergangenheit sind die globalen Aktienmärkte nach einem Verkaufssignal in den folgenden 2–3 Monaten im Durchschnitt um 2–3 % gefallen, die Trefferquote lag bei etwa 60 %, der maximale Rückgang kann 15–20 % betragen.
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