Der politische Rahmen der US-Notenbank erlebt eine historische Wende, es wird empfohlen, dem Wert von Gold in der Portfolioallokation angemessene Aufmerksamkeit zu schenken.
1. Erstauftritt von Woschintra: Abschied von vorausschauender Orientierung, die Federal Reserve tritt in das „datengetriebene Zeitalter“ ein
Am 1. Juli hielt der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Wosh, auf dem jährlichen Notenbankforum der Europäischen Zentralbank in Sintra, Portugal, seinen ersten internationalen öffentlichen Auftritt seit Amtsantritt und erläuterte systematisch die wesentliche Kehrtwende im geldpolitischen Rahmen der Federal Reserve. Wosh erklärte eindeutig, dass die Federal Reserve keine Leitindikationen mehr für den zukünftigen Zinspfad geben werde und sich weigerte, preiszugeben, ob bei der nächsten Zinssitzung eine Zinserhöhung in Erwägung gezogen werden müsse.
In der Podiumsdiskussion betonte Wosh, dass vorausschauende Leitlinien, einschließlich des Dot Plots, „nicht vorausschauend“ seien, sondern stattdessen das Risiko erhöhter Marktschwankungen mit sich brächten. Bis der neue geldpolitische Kommunikationsweg etabliert ist, bleibt die Federal Reserve in Bezug auf den Leitzins neutral. Gleichzeitig merkte Wosh an, dass sich die Inflationsaussichten seit der Sitzung des Federal Open Market Committee vor einigen Wochen verbessert hätten und bekräftigte das Ziel, die Inflation auf 2 % zu senken. Diese Äußerungen markieren einen systematischen Übergang der geldpolitischen Rahmenwerke führender Zentralbanken weltweit vom „Zeitalter der Forward Guidance“ in das „datengetriebene Zeitalter“.
2. Starker US-Dollar + Zinserwartungen: Stimmungsgetriebene Bewertung könnte übertrieben sein, strukturelle Logik bleibt fragwürdig
Obwohl Wosh eine restriktive Haltung signalisierte, könnte die Marktbewertung der Zinserwartungen übertrieben sein.
Aus Inflationsperspektive sind die Ölpreise nach geopolitischen Höchstständen stark zurückgegangen, was die sinkenden Energiepreise bei den PCE-Inflationsdaten widerspiegelt. Mieten, Super-Kern-Dienstleistungen und Kernwaren zeigen allesamt eine abwärtsgerichtete Dynamik; ein anhaltender Rückgang der Inflation bleibt einer der zentralen Faktoren für den Markt. Sollte die Inflation weiter zurückgehen, besteht die Möglichkeit, dass die zuvor überbewerteten Zinserwartungen am Markt korrigiert werden.
Aus Sicht der starken US-Dollar-Erzählung bestehen strukturelle Zweifel an der engen Bindung zwischen Dollar und Energie. Zwischen dem Iran, Russland und den USA fehlt es an einer Vertrauensbasis. Zugleich lässt sich aus früheren Äußerungen von US-Präsident Trump auf eine langjährige Präferenz für eine protektionistische „schwacher US-Dollar“-Logik schließen.
Nach Marktbewertungen zeigt die CME FedWatch zum Stand 1. Juli, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte der Federal Reserve im Juli bei 33,7 % und im September bei fast 67 % liegt.
3. Gold und Goldminenaktien: Kurzfristiger Druck, langfristige Logik unverändert
Aktuell liegt der Goldpreis unter 4.000 US-Dollar; der Rückgang von den Höchstständen ist beträchtlich. Die Marktbewertung der Zinserwartungen dürfte weitestgehend enthalten sein.
Aus mittel- bis langfristiger Sicht wird der Markt nach der Umstellung des Federal Reserve-Politikrahmens auf datengetriebene Steuerung vom „Rätselraten über das Zinserhöhungstempo“ wieder auf die „Datenverifizierung“ umsteigen. Bestätigen künftige Inflationsdaten den Abwärtstrend, könnten überzogene Zinserwartungen korrigiert werden, was dem Goldpreis Raum für eine Erholung bieten könnte.
Aus Sicht langfristiger unterstützender Faktoren zeigt die am 16. Juni veröffentlichte Studie „2026 Global Central Bank Gold Reserves Survey“ des World Gold Council, dass 89 % der befragten Zentralbanken davon ausgehen, dass die weltweiten Goldreserven der Zentralbanken in den kommenden zwölf Monaten weiter steigen werden; 45 % planen, in diesem Zeitraum Gold hinzuzukaufen, der höchste Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 2018. In den vergangenen vier Jahren kauften Zentralbanken weltweit durchschnittlich etwa 1.000 Tonnen Gold pro Jahr, deutlich mehr als der Durchschnitt von 500 Tonnen pro Jahr im Jahrzehnt davor. Die langfristige Logik des Zentralbank-Goldkaufs bleibt unabhängig von kurzfristigen Goldpreisschwankungen bestehen.
Verantwortlicher Redakteur: Zhu Henan
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