Goldhandels-Update: Gespräche zwischen USA und Iran in Doha könnten scheitern, Goldpreis fällt erneut unter die 4000er-Marke – sind die Bullen endgültig am Ende?
Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran: Ölpreise und Inflationssorgen überschatten den Markt
Obwohl der Markt weiterhin erwartet, dass die Energieversorgung über die Straße von Hormus aufrechterhalten werden kann, hat die wiederholte Eskalation des Konflikts die Unsicherheit in den globalen Lieferketten zweifelsohne verschärft. Der Anstieg der Ölpreise schlägt sich direkt in höheren Inflationserwartungen nieder und versetzt dem Goldmarkt so gleich einen Doppelschlag. Einerseits sollten geopolitische Risiken die Nachfrage nach Gold als sicheren Hafen eigentlich stützen; andererseits führen Inflationssorgen zu verstärkten Erwartungen an Zinserhöhungen durch die Fed – ein höheres Zinsumfeld drückt erfahrungsgemäß auf die Erträge nicht verzinster Güter wie Gold.
Zugleich macht der Verhandlungsprozess zwischen den USA und dem Iran in Katar nur wenig Fortschritte. Trump erklärte, die technischen Arbeitsgruppen beider Länder würden nach Doha entsandt, jedoch stellte das iranische Außenministerium klar, dass es in den nächsten Tagen keine offiziellen Gespräche mit den USA geben werde. Die Differenzen bestehen bereits bei dieser grundlegenden Frage, was die Fragilität des am 17. Juni unterzeichneten vorläufigen Waffenstillstandsabkommens unterstreicht. Ursprünglich sollte diese Vereinbarung den viermonatigen Konflikt unterbrechen und einen Rahmen für die Seesicherheit in der Straße von Hormus, das iranische Nuklearproblem und die Freigabe von Vermögenswerten schaffen. Obwohl Irans Präsident Pezehkhizian die Vereinbarung als "großen Sieg" bezeichnete und die baldige Entsperrung eingefrorener Vermögenswerte im Umfang von 6 Milliarden US-Dollar in Aussicht stellte, belasten fehlendes Vertrauen und wiederholte Angriffe die Zukunft der Vereinbarung schwer.
Hawkishe Fed und starker US-Dollar: Das Kernthema für den Druck auf Gold
Die tieferliegenden Ursachen für den Goldpreisrückgang reichen weit über geopolitische Konflikte hinaus. Die Fed hat auf ihrem Treffen in diesem Monat die Zinsen unverändert belassen, doch signalisierten die Verantwortlichen klar die Möglichkeit einer Zinserhöhung später im Jahr. Dieser Kurswechsel wurde vom Markt als noch hawkisher interpretiert, insbesondere unter der neuen Vorsitzenden Walsh, da die Fed weiterhin mit einem Inflationsdruck konfrontiert ist, der deutlich über dem Zielwert von 2 % liegt.
Auch der Anleihemarkt spiegelt diese Dynamik wider. Die US-Staatsanleiherenditen stiegen leicht an, die Rendite der 10-jährigen Anleihe lag bei etwa 4,378 %, während die 2-jährige um 2,5 Basispunkte auf 4,113 % anzog. Rückläufige Ölpreise hatten die Inflationserwartungen zuletzt zwar etwas gelindert, doch der Markt ist der Ansicht, dass die Fed handfeste Beweise für einen nachhaltigen Rückgang sehen will. Analysten heben hervor, dass der Preisdruck durch künstliche Intelligenz die Inflationserwartungen weiter anheizen könnte – was die hawkische Grundstimmung weiter festigt.
Fokus auf US-Arbeitsmarkt: Neue Hinweise für die Fed-Politik erwartet
Im weiteren Wochenverlauf werden Investoren die US-Arbeitsmarktdaten genau beobachten. Der ADP-Arbeitsmarktbericht am Mittwoch und die Nonfarm Payrolls am Donnerstag werden als Schlüsselsignale dienen. Für Juni werden etwa 110.000 neue Stellen erwartet und die Arbeitslosenquote soll bei 4,3 % bleiben. Bei starken Daten dürfte die Fed weiter an ihrem Kurs höherer Zinsen festhalten, was zusätzlichen Abwärtsdruck auf Gold ausüben könnte.
Peter Grant, Senior Metals Strategist bei Zaner Metals, betont, dass die Märkte derzeit die Auswirkungen der Spannungen im Nahen Osten und der hawkischen US-Notenbankpolitik gleichzeitig verarbeiten. Ob Gold weiter fällt, hängt maßgeblich von der Stärke der Beschäftigungsdaten ab. In den vergangenen Monaten haben wiederholt besser als erwartete Arbeitsmarktzahlen die Fed zu einer härteren geldpolitischen Gangart veranlasst; Anzeichen für eine beschleunigte Erholung des Arbeitsmarkts zerstreuen die Sorgen der Tauben über eine wirtschaftliche Abschwächung.
Ausblick: Ungewissheit zwischen sicherem Hafen und Zinserhöhungen
Zusammengefasst steht der Goldmarkt aktuell im Spannungsfeld zwischen einer Nachfrage nach sicheren Häfen und dem Druck durch mögliche Zinserhöhungen. Die wiederkehrenden US-Iran-Konflikte liefern kurzfristig Unterstützungspotenzial für Gold, doch Inflationssorgen durch steigende Ölpreise und ein stärkerer US-Dollar wiegen schwerer. Faktoren wie die Sicherheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus, der Fortschritt bei der Freigabe iranischer Vermögenswerte sowie politische Eingriffe der Trump-Regierung in Personalfragen bei der Fed (z. B. die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, den Rauswurf von Gouverneur Cook durch Trump abzulehnen) werden die Stimmung an den Märkten weiter prägen.
Kurzfristig bleibt das Abwärtsrisiko für Gold bestehen, falls die Arbeitsmarktdaten diese Woche die Erwartungen übertreffen; zeigen die Daten dagegen Schwäche oder beruhigt sich die geopolitische Lage, könnte Gold eine Gegenbewegung starten. Mittelfristig werden die tatsächlichen Zinserhöhungen der Fed, das globale Wirtschaftswachstum und der Verlauf des Nahost-Friedensprozesses gemeinsam das Schicksal des Goldes bestimmen.
Verantwortlicher Redakteur: Guo Jian
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