Die Wall-Street-Großbanken ändern kollektiv ihre Meinung! Nach Goldman Sachs hat auch die Deutsche Bank das Kursziel für Gold deutlich gesenkt.
Quelle: Finanzverbund
Nach Goldman Sachs hat nun eine weitere große Wall-Street-Bank ihre Goldpreisprognose drastisch gesenkt. Das bedeutet, dass der Goldpreis kurzfristig wohl kaum auf sein Rekordniveau zurückkehren wird.
Der Deutsche-Bank-Research-Analyst Michael Hsueh schrieb in einem Bericht,
Obwohl die nach unten korrigierten Zielmarken immer noch einen Anstieg gegenüber dem aktuellen Niveau von etwa 4.110 US-Dollar signalisieren, ist der optimistische Ausblick der Deutschen Bank deutlich abgeschwächt.
Die Deutsche Bank ist nicht die erste große Wall-Street-Bank, die sich beim Gold-Ausblick zurückhaltender zeigt.
In den vergangenen Jahren war Goldman Sachs einer der entschiedensten und lautstärksten Verfechter von Gold an den Märkten. Die Bank empfahl beispielsweise Ende 2024, Gold "kühner zu kaufen", und sagte einen starken Preisanstieg korrekt voraus. Die Korrektur des Goldziels markiert nun eine Trendwende in der Einstellung der Bank.
Im bisherigen Quartal ist der Goldpreis insgesamt um fast 12 % gefallen. Der Krieg im Nahen Osten hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und so die Markterwartungen für eine straffere Geldpolitik verstärkt. In der vergangenen Woche hat die Federal Reserve die Zinsen zwar unverändert gelassen, aber fast die Hälfte der Entscheidungsträger rechnet dieses Jahr mit weiteren Zinserhöhungen. Zeitgleich hat der neue Fed-Vorsitzende Kevin Walsh versprochen, die Preisstabilität wiederherzustellen.
Er ergänzt:
Er betont außerdem, dass die anhaltenden Nettoabflüsse aus goldgedeckten ETFs zeigen, dass die früheren Kaufimpulse, die den Goldpreis gestützt haben, jetzt deutlich fehlen. Gleichzeitig notiert der Kassapreis für Gold auf dem chinesischen Markt (einer der weltweit größten Goldverbraucher) unter dem Preis der Comex-Futures, was auf eine nachlassende Importnachfrage hindeutet.
Positiv sei laut Hsueh jedoch weiterhin: „Der stabile Faktor bleibt die Nachfrage der Zentralbanken, und wir erwarten, dass dieser Trend noch eine Weile anhält.“
Tatsächlich sind nach dem unerwartet restriktiven Kurs der Fed nicht nur Goldman Sachs und die Deutsche Bank skeptischer,
Bank-of-America-Rohstoffstratege Michael Widmer erklärte am vergangenen Freitag in einem Bericht, dass nach der Fed-Sitzung die Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen dieses Jahr deutlich gestiegen ist, wodurch ein starker kurzfristiger Anstieg des Goldpreises unwahrscheinlich sei.
Widmer zufolge ist das bisherige Gold-Ziel von 6.000 US-Dollar pro Unze kaum noch realisierbar, da die aktuelle Inflationslage weiterhin „beunruhigend“ ist und somit die Geldpolitik weiter gestrafft werden könnte.
UBS-Strategin Joni Teves sagte am Montag, dass steigende Renditen und anhaltende Zinserhöhungserwartungen den Goldpreis merklich unter Druck setzen.
Sie schrieb in ihrem Bericht: „Das Risiko für fallende Goldpreise hat sich deutlich erhöht, die Zeitachse für die Zielpreiserreichung verzögert sich womöglich und die Dauer der aktuellen Preiskonsolidierung ist unsicherer geworden.“
Morgan Stanley wies darauf hin, dass, obwohl sich die Lage im Nahen Osten etwas entspannt hat und dies den Goldpreis unterstützt, der einflussreichere Faktor die restriktivere Haltung der Fed ist.
Die Rohstoffstrategin von Morgan Stanley, Amy Gower, meint, dass unter dem aktuellen hawkischen Kurs der Fed das bisherige Goldziel von 5.200 US-Dollar pro Unze deutlich schwerer zu erreichen sei.
Am Dienstag fiel der Kassagoldpreis stark. Bis Redaktionsschluss
Redaktion: Zhu Henan
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