Bitunix-Analyst: Hohe Zinssätze ersetzen den Krieg und werden zum neuen Kern der Marktpreisbildung
BlockBeats berichtet, dass am 23. Juni eine deutliche Veränderung an den globalen Märkten zu beobachten ist: Geopolitische Risiken bestehen weiterhin, doch die Entwicklung der Vermögenspreise wird zunehmend wieder von der Geldpolitik und dem Liquiditätsumfeld bestimmt. Die technischen Gespräche zwischen den USA und dem Iran haben offiziell in der Schweiz begonnen. Zeitgleich hat die USA eine 60-tägige vorläufige Genehmigung veröffentlicht, die es dem Iran ermöglicht, den Ölverkauf wieder aufzunehmen. Beide Seiten haben zudem bei den Verfahrensmechanismen für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus und bei der schrittweisen Freigabe bestimmter Vermögenswerte Fortschritte erzielt. Die Befürchtungen am Markt über Unterbrechungen der Energieversorgung nehmen weiter ab. Katar bestätigte zudem, dass die Explosion in einem Gaswerk lediglich ein Betriebsunfall war und die LNG-Exporte nicht beeinträchtigt werden, was die Erwartungen einer Wiederherstellung der Versorgung weiter stärkt.
Der Fokus der Märkte richtet sich jedoch zunehmend auf die US-Notenbank. Die Auswirkungen der ersten Sitzung unter der Leitung von Waller wirken weiterhin nach. Der jüngste Bericht der Bank of America rechnet sogar mit bis zu drei Zinserhöhungen der Federal Reserve noch in diesem Jahr, insgesamt um 75 Basispunkte. Gleichzeitig wächst innerhalb der Fed die Unterstützung für Reformen zur Reduzierung der Forward Guidance, wodurch sich die Marktteilnehmer an eine Ära mit geringerer Transparenz der Geldpolitik und erhöhter Volatilität gewöhnen müssen.
Diese Neubewertung spiegelt sich bereits zuerst an den globalen Kapitalmärkten wider. Der US-Dollar bleibt stark, der Yen schwankt nach erneutem Annähern an das historische Tief enorm, und der Notfallkontakt zwischen den japanischen und amerikanischen Finanzministern zeigt, dass die Wechselkursrisiken zunehmen. Andererseits geraten hoch bewertete Wachstumswerte unter Druck. SpaceX verzeichnete den dritten Tag in Folge Kursverluste und der Marktwert ist deutlich vom Höchststand zurückgegangen – das zeigt, dass bei einer neuen Kalkulation der Kapitalkosten langfristige Wachstumsstories nicht mehr die einstigen Bewertungsaufschläge genießen.
Für den Kryptomarkt bedeutet dies, dass sich die Risikofaktoren verschieben. In den letzten Wochen beherrschten Kriegs-, Energie- und Transportrisiken das Marktgeschehen; mit der allmählichen Aufnahme von Verhandlungen im Nahen Osten richten sich die Blicke nun wieder stärker auf die US-Dollar-Liquidität, US-Staatsanleihenrenditen und die geldpolitische Ausrichtung der US-Notenbank. Steigen die Zinserwartungen weiter, fließen tendenziell mehr Gelder in den US-Dollar und ertragsstarke festverzinsliche Anlagen. Der Kryptomarkt muss auf neue Impulse im Liquiditätsumfeld warten, um weiteres Kapital anzuziehen.
Kurzfristig wirken die nachlassenden Nahost-Risiken zwar dämpfend auf die Energiepreise, doch entscheidend für die Entwicklung der Risikoanlagen ist nicht mehr die Frage, ob die Straße von Hormus offen bleibt, sondern ob der Markt an einen erneuten Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank glaubt. Das bedeutet, dass sich der Kern der Marktschwankungen in den kommenden Wochen schrittweise von geopolitischen Themen auf Inflationsdaten, Arbeitsmarktzahlen und die geldpolitischen Signale der Fed verlagern wird.
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