Bitunix Analyst: Die Web3-Ära beginnt offiziell, da der Markt das Risiko von Zinserhöhungen einpreist
BlockBeats News, 18. Juni. Nach der Fed-Sitzung im Juni hat sich der Diskussionsfokus offiziell auf die Frage verschoben, „ob eine erneute Zinserhöhung notwendig ist“. Der neu ernannte Vorsitzende Powell leitete erstmals das FOMC, vereinfachte die geldpolitische Erklärung deutlich, entfernte die Forward Guidance und verwendete ein Dot-Plot mit individuellen Zinserwartungen. Gleichzeitig betonte er, dass es der Fed in den vergangenen fünf Jahren nicht gelungen sei, das Inflationsziel von 2 % zu erreichen, und dass sie ihre Glaubwürdigkeit bei der Wahrung der Preisstabilität wiederherstellen müsse. Dies markiert den Abschied der Fed vom Kommunikationsrahmen der Powell-Ära und den Übergang in eine neue Phase, die Ergebnisorientierung und Inflationssteuerung betont.
Was den Inhalt der Geldpolitik betrifft, sollte der Markt weniger auf die unveränderten Zinssätze achten, sondern vielmehr darauf, dass von 19 Offiziellen bereits 9 der Meinung sind, die Zinsen sollten noch in diesem Jahr erhöht werden, während nur einer eine Zinssenkung befürwortet. Dies zeigt, dass die Besorgnis der Fed über die Inflation sich von kurzfristigen Energieschocks zu tieferliegenden strukturellen Problemen verlagert hat. In den USA stiegen die Einzelhandelsumsätze im Mai um 0,9 % zum Vormonat – deutlicher als erwartet –, was darauf hindeutet, dass hohe Zinsen die Nachfrage bislang nicht wirksam gebremst haben; Investitionen in KI-Infrastruktur, der Ausbau von Rechenzentren, steigender Strombedarf und der anhaltende Wohlstandseffekt treiben die Ausgaben für Kapital und Konsum. Unterdessen hat Cook prognostiziert, dass die steigenden Speicherpreise die Preise für Apple-Produkte erhöhen werden, was den anhaltenden Kostendruck in der Technologie-Lieferkette widerspiegelt. Bleibt die Nachfrage stark und steigen die Kosten auf der Angebotsseite weiter, hält es die Fed logischerweise für unwahrscheinlich, dass die Inflation reibungslos auf 2 % zurückkehrt.
Andererseits ist das Verständigungsmemorandum zwischen den USA und Iran offiziell in Kraft getreten. Während der Markt ursprünglich hoffte, die Risiken im Nahen Osten würden rasch abklingen, erscheint die Vereinbarung eher als 60-tägige Waffenstillstandsbeobachtung denn als permanenter Friedensvertrag. Trump äußerte sogar öffentlich, bei unbefriedigenden Ergebnissen der Vereinbarung könnten die USA erneut militärisch eingreifen; Israel setzt die Angriffe im Süden des Libanon fort, was darauf hindeutet, dass der regionale Konflikt nicht wirklich beendet ist. Daher hat der Markt zwar bereits die Wiederaufnahme der Schifffahrt in der Straße von Hormus und die Rückkehr iranischen Öls auf den Markt eingepreist, doch die Risikoaufschläge für die Energieversorgung sind nicht vollständig verschwunden.
Bemerkenswert ist, dass der Markt derzeit zwei scheinbar widersprüchlichen, aber koexistierenden Logiken folgt. Einerseits erwartet die IEA, dass nach der Wiedereröffnung der Straße von Hormus das globale Rohölangebot allmählich ins Überangebot kippt und damit die Energieinflation eingedämmt wird; andererseits sind die strategischen Ölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 1983 gefallen und die Lagerbestände an den wichtigsten Knotenpunkten stehen kurz vor einer kritischen Marke. Verschlechtert sich die Lage im Nahen Osten erneut, könnte der Energiepreisanstieg deutlich schneller verlaufen als vom Markt erwartet. Das ist auch einer der Hauptgründe, weshalb die Fed zurückhaltend mit Signalen für Zinssenkungen ist.
Die Marktreaktionen sprechen bereits Bände: Der US-Dollar-Index stieg nach der FOMC-Sitzung an nur einem Tag um 0,87 % und überstieg wieder die Marke von 100 Punkten; die kurzfristigen US-Staatsanleihen-Renditen sprangen deutlich an, während die Zinsfutures bis Jahresende fast 40 Basispunkte an zusätzlichen Zinserhöhungen einpreisen; Gold fiel an einem Tag um über 3 %; auch Bitcoin unterschritt zeitgleich die Unterstützungszone. Die Kapitalströme zeigen, dass der Markt die Allokation in einem Hochzinsumfeld neu gewichtet, anstatt auf eine Rezession oder lockere Liquidität zu spekulieren.
Für den Kryptomarkt ist die bedeutendste Veränderung nicht die Lage im Nahen Osten, sondern dass das Federal Reserve die Preismacht am Markt zurückholt. Die Kursexplosion der Risikoassets in den vergangenen Monaten basierte im Kern auf Zinssenkungserwartungen. Powell hat den politischen Fokus nun aber klar auf Inflationsbekämpfung und die Wiederherstellung der Fed-Glaubwürdigkeit gelegt. Das deutet darauf hin, dass sich die Liquiditätserwartungen in den kommenden Monaten weiter eintrüben könnten. Bleibt der US-Dollar stark und steigen die Treasury-Renditen weiter, werden Marktgelder bevorzugt in den Dollar und festverzinsliche Wertpapiere fließen, was Risikoassets zusätzlichen Bewertungsdruck nach oben bescheren dürfte.
Aktuell hat sich das wahre Thema am Weltmarkt allmählich von „Nahostkrieg“ zu der Frage verschoben, „ob die Hochzinsära weitergehen kann“. Sollten KI-Investitionshype, Konsumnachfrage und Energierisiken die Inflation weiter antreiben, könnte der nächste Schritt der Fed nicht eine Zinssenkung, sondern das bisher nicht eingepreiste Zinserhöhungsrisiko seit 2023 sein. Für alle Risikoassets wird dies im kommenden Quartal die entscheidende Bewährungsprobe sein.
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