US-Iran-Abkommen beinhaltet einen Verzicht auf Ölsanktionen, 68 Millionen Barrel festsitzendes Rohöl werden freigegeben, iranische Öltanker beginnen gleichzeitig mit GPS-Signalen zur Vorbereitung auf die Aufhebung der Blockade
BlockBeats News, 17. Juni – Während das Ablaufdatum für das Memorandum of Understanding zwischen den USA und Iran näher rückt, wurden nach und nach Signale veröffentlicht, dass Irans Ölexporte entblockiert werden könnten. Laut Bloomberg-Daten zum Schiffsverkehr haben in den vergangenen Tagen insgesamt vier Schiffe, die mit iranischen Öltankern in Verbindung stehen, ihre AIS-Transponder reaktiviert und sind aktiv aus der Straße von Hormus in den Golf von Oman ausgelaufen. Darunter befinden sich zwei VLCCs mit einer Einzelfahrtskapazität von jeweils 2 Millionen Barrel sowie zwei Produkttanker, die die Straße von Hormus problemlos passiert haben. Die Schiffsdatengesellschaft TankerTrackers.com gab am selben Tag zudem bekannt, dass mindestens drei Tanker, die zuvor im Hafen von Chabahar angelegt waren, ihre Liegeplätze verlassen haben.
Iranische Öltanker haben die Sanktionsüberwachung seit langem durch Methoden wie das Ausschalten ihres AIS-Signals, Signalspoofing und Störungen umgangen. Die gemeinsame, proaktive öffentliche Fahrt mehrerer Schiffe wird vom Markt dieses Mal als ein frühes Signal für eine schrittweise Aufhebung der US-amerikanischen Seeblockade gedeutet.
In Bezug auf das Abkommen berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit dem finalen Vertragsentwurf vertraute Personen am Dienstag, dass das US-Iran-Abkommen dem Iran eine Vorab-Lockerung der Sanktionen im Ölbereich gewähren wird. Nach Unterzeichnung des Abkommens kann Iran Rohöl sofort ohne zusätzliche Übergangsfrist an das Ausland verkaufen. Das Schifffahrtsanalyseunternehmen Kpler schätzt, dass wegen der US-Blockade derzeit rund 68 Millionen Barrel iranischen Öls auf See festsitzen und nicht exportiert werden können. Sobald die Exportkanäle geöffnet sind, wird ein signifikanter zusätzlicher Nachschub das globale Ölangebotsdefizit direkt lindern und die Ölpreise beeinflussen.
Der stellvertretende iranische Außenminister erklärte gegenüber dem Medium ISNA, dass die von den USA im April dieses Jahres initiierte Seeblockade der iranischen Häfen in eine Phase schrittweiser Aufhebung eingetreten ist. Nach dem Plan beider Seiten soll nach der förmlichen Unterzeichnung des Friedensabkommens an diesem Freitag sowohl Irans Schließung der Straße von Hormus als auch das umfassende Seeverbot der USA für die iranische Schifffahrt gleichzeitig aufgehoben werden. Das US-Zentralkommando hat auf entsprechende Anfragen bislang nicht reagiert.
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