Analyse: KI wird kaum zum „Retter“ der US-Staatsanleihen, da Produktivitätsgewinne nur langsam freigesetzt werden und eine schrumpfende Steuerbasis die Schuldenproblematik verschärfen könnte
BlockBeats berichtete am 17. Juni, dass Guolian Minsheng Securities in einem aktuellen Bericht darauf hinweist, dass der Markt zwar auf produktivitätsgetriebene Impulse durch KI hofft, um den Druck der US-Staatsverschuldung zu mildern, doch sowohl aus historischer als auch aktueller Sicht kann KI kurzfristig kaum das Schuldenwunder der Nachkriegszeit oder der Clinton-Ära wiederholen. Die Schuldenkrise der USA bleibt auf kurze Sicht schwer zu überwinden. Bis Ende 2025 dürfte das Volumen der US-Staatsanleihen nahezu 38 Billionen US-Dollar erreichen und die Nettozinsausgaben fast 1 Billion US-Dollar betragen.
Der Bericht skizziert drei Wege, um die Verschuldungsquote zu senken: Zinssenkungen, Ankurbelung des Wirtschaftswachstums und Verringerung des Haushaltsdefizits. Die USA haben historisch zweimal etappenweise Staatsschulden abgebaut – von 1946 bis 1974 durch starkes Nachkriegswachstum und Technologietransfer, wobei die Verschuldungsquote über 30 Jahre von über 100 % auf etwa 20 % sank; in den 1990er Jahren wurde durch die Internetrevolution und fiskalische Disziplin unter der Clinton-Regierung zwischen 1996 und 2001 ein durchschnittlicher Primärhaushaltsüberschuss von etwa 3,2 % pro Jahr erzielt.
Allerdings sind die entschuldenden Effekte der aktuellen KI-Welle durch zwei realistische Faktoren begrenzt. Erstens gibt es bei der Freisetzung von Produktivitätszuwächsen durch KI spürbare Verzögerungen. Nach Berechnungen der University of Pennsylvania wird KI von 2026 bis 2027 das Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Produktivität nur um 0,05 bis 0,1 Prozentpunkte steigern können; erst Anfang der 2030er Jahre steigt der Beitrag auf rund 0,2 Prozentpunkte und reicht damit bei weitem nicht aus, um den aktuellen fiskalischen Druck auszugleichen. Zweitens fördert KI die Konzentration der Faktorerträge auf der Kapitalseite und untergräbt systematisch die Steuerbasis. In den USA kommen rund 85 % der Staatseinnahmen aus Einkommen- und Lohnsteuer, während die von KI verursachte Verdrängung von Arbeitsplätzen und Lohndruck diese wichtigste Steuerquelle direkt treffen. Die Unternehmenssteuer macht nur etwa 10 % aus und unterliegt einem einheitlichen Steuersatz von 21 %, durch die Möglichkeiten multinationaler Technologiekonzerne zur Steuervermeidung kann die Lücke bei der Einkommensteuer nicht geschlossen werden – ein Paradoxon nach dem Motto „je erfolgreicher die Technologie, desto schwächer die Steuerbasis“ entsteht.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass mögliche Auswege in der Anhebung der Kapitalertrag- und Einkommenssteuersätze für Wohlhabende liegen, der Einführung einer „Digital-Elemente-Steuer“ auf kommerzielle Erträge großer KI-Modelle sowie in der Prüfung einer Robotersteuer, um technologisch bedingte Arbeitslosigkeit abzufedern. All diese Maßnahmen stehen jedoch vor strukturellen Hürden wie der internationalen Mobilität von KI-Faktoren und entsprechender Regulierungsschwierigkeiten, dem politischen Einfluss technischer Großkonzerne und der Innovationshemmung durch einseitige Steuererhöhungen. Zusammengefasst hebt der Bericht hervor, dass die fiskalische Kompensation im KI-Zeitalter ein langwieriger institutioneller Balanceakt bleibt und die US-Staatsverschuldung kurzfristig weiterhin ein nur schwer zu überwindendes Problem für die US-Wirtschaft darstellt.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen

Das "Werkzeugkasten" von Bescent kann den doppelten Druck durch Ölpreise und schwache Konsumnachfrage nicht abwehren, Goldman Sachs: „Der Markt ist von Stagflation geprägt“
Goldman Sachs ist der Ansicht, dass Bessent versucht, die langfristigen US-Anleihemärkte durch die Ausweitung von US-Staatsanleihe-Rückkäufen und die Förderung der Haushaltskonsolidierung zu stabilisieren. Nach einem kurzfristigen Rückgang erholten sich die Renditen langfristiger Anleihen jedoch schnell wieder, und die politischen Instrumente können die fiskalischen und angebotsbezogenen Zwänge weiterhin kaum bewältigen. Gleichzeitig verstärken sich die Signale einer Stagflation: Der Ölpreis stieg innerhalb einer Woche um mehr als 7 %, die 10-jährige Breakeven-Inflationsrate legte in zwei Wochen um fast 10 Basispunkte zu; der Konsum hingegen kühlt weiterhin ab, das flächenbereinigte Umsatzwachstum von Walmart fiel auf ein Sechsjahrestief von 2,6 %, und der "Stagflationskorb" stieg in dieser Woche um 6,7 %.
Die MANTRA Chain hat die Blockproduktion wieder aufgenommen, die Nutzerkonten sind nicht betroffen.
