Die Rückkaufrate sinkt leise, das Angebot an US-Staatsanleihen schrumpft – wohin fließen die Mittel zum Quartalsende?
⑴ Der allgemeine gesicherte Übernachtzinssatz eröffnete am Donnerstag mit 3,66%, was einem Anstieg um 1 Basispunkt gegenüber dem Vortag entspricht. Die Abwicklung von Staatsanleihen führte zu einem Mittelabfluss von etwa 10 Milliarden US-Dollar, was zu gewissen Reibungen am Sicherheitenmarkt führte. Allerdings gehen Institutionen davon aus, dass der weitere Aufwärtsdruck begrenzt ist; die erwartete Schwankungsbreite für den Tag liegt zwischen 3,61% und 3,66%, und zum Wochenende hin dürfte der Übernachtzinssatz tendenziell nachgeben.⑵ Der Schlüssel zur Senkung der Zinssätze liegt in Veränderungen auf der Angebotsseite. Das wöchentliche Emissionsvolumen von Staatsanleihen (mit einer Laufzeit von 1 bis 2 Monaten) erreichte in der dritten Maiwoche einen Spitzenwert von 280 Milliarden US-Dollar und liegt derzeit bei 225 Milliarden US-Dollar. Das bedeutet, dass das auslaufende Gesamtvolumen die aktuellen Emissionen weiterhin übersteigen wird, wodurch frei werdende Liquidität zum Quartalsende sichere Häfen suchen wird, was die Übernachtzinssätze senkt.⑶ Aus Sicht der Repomarktstruktur hat sich der Spread der 10-jährigen Staatsanleihen gegenüber dem allgemeinen gesicherten Zinssatz um 40 Basispunkte auf 125 Basispunkte ausgeweitet, während die 3-jährigen und 30-jährigen Staatsanleihen mit dem allgemeinen gesicherten Zinssatz übereinstimmen. Laut Federal Funds Futures liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank auf der Juni-Sitzung den Zinssatz unverändert lässt, bei 97%. Die SOFR-Futures eröffneten mit einem Anstieg um 1,5 bis 5,5 Basispunkte, was vor allem auf den Preisrückgang bei Spot-Öl um 1,8% aufgrund der Feuerpause zwischen Israel und Libanon zurückzuführen ist.⑷ Bei kurzfristigen OIS notiert der 0x3 OIS mit Fälligkeit im September bei 3,647% und damit 0,5 Basispunkte höher als am Vortag. Basierend auf einem 10-Tage-Durchschnitt des SOFR von 3,59% impliziert der aktuelle Kontraktpreis eine Wahrscheinlichkeit von etwa 23% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte innerhalb der nächsten 90 Tage. Bei den Staatsanleihenauktionen lag der Endzins der 4-monatigen Staatsanleihen am Mittwoch bei 3,635%.
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