Die Nachfrage im US-Dienstleistungssektor stagniert weitgehend, während steigende Inputkosten die Inflation weiter antreiben werden.
Laut Golden Ten Data vom 3. Juni erklärte Chris Williamson, Chefvolkswirt für Business Economics bei S&P Global Market Intelligence, dass die US-amerikanische Fertigungsindustrie zwar aufgrund von kriegsbedingten Liefer- und Preisängsten einen Nachfrageschub verzeichne und dadurch vorsorgliche Lagerbestände aufgebaut würden, sich die Lage im Dienstleistungssektor jedoch völlig anders darstelle. In den vergangenen drei Monaten stagnierte die Nachfrage im Dienstleistungssektor weitgehend, das zu Jahresbeginn erkennbare Momentum hat deutlich nachgelassen. Die schwache Entwicklung der Dienstleistungswirtschaft bremst das gesamtwirtschaftliche Wachstum aus; laut PMI-Daten liegt das annualisierte Wachstumstempo im zweiten Quartal bisher nur leicht über 1 %. Am stärksten betroffen sind verbrauchernahe Branchen, in denen die Auftragseingänge den größten Rückgang seit Beginn der Pandemie verzeichnen. Gründe hierfür sind gestiegene Energiepreise, die die Kaufkraft einschränken, sowie aufgeschobene Ausgaben der Verbraucher als Reaktion auf steigende Servicepreise. Auch im Bereich der Unternehmensdienstleistungen sind die Auftragseingänge seit Jahresbeginn zurückgegangen, während Finanzdienstleister mit dem Druck höherer Zinssätze konfrontiert sind. Die im PMI ausgewiesene Beschleunigung der Inputkosteninflation deutet darauf hin, dass der Verbraucherpreisauftrieb in den kommenden Monaten weiter zunehmen wird. Andererseits könnten die schwache Nachfrageentwicklung und die Anzeichen einer Abkühlung am Arbeitsmarkt dazu beitragen, die Sorgen vor einer weiteren Verschärfung der Inflation zu mildern.
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