Sequans verkauft 970 Bitcoins und beunruhigt die Märkte
In den letzten Tagen hat sich der Kryptomarkt verdunkelt. Bitcoin fällt langsam, aber sicher und nähert sich der Marke von 100.000 Dollar. Sollte dies als vorübergehender Rückzug oder als Beginn eines längeren Zusammenbruchs angesehen werden? In diesem unsicheren Klima sorgt die Entscheidung von Sequans, fast 1.000 Bitcoins zu liquidieren, für Aufsehen. Es handelt sich hierbei nicht um einen kleinen Akteur: Dieses börsennotierte Unternehmen hatte in den letzten Monaten massiv in BTC investiert. Heute verkauft es ein Drittel seiner Bestände. Beginn einer Panik oder nur eine taktische Anpassung? Die Krypto-Community hält den Atem an.
Kurz gefasst
- Sequans verkaufte 970 Bitcoins, um seine Schulden von 189 Millionen auf 94,5 Millionen zu reduzieren.
- Das Unternehmen behält 2.264 Bitcoins als Reserve, die als Sicherheit für die aktuellen Schulden dienen.
- Sein Ranking in den Bitcoin Treasuries sinkt weltweit von Platz 29 auf Platz 33.
- Der Bitcoin-Preis lag zum Zeitpunkt der angekündigten Transaktion bei etwa 102.000 Dollar.
Ein massiver Bitcoin-Verkauf zur Entlastung dringender Schulden
Die Nachricht wurde per Pressemitteilung bekannt gegeben: Sequans verkaufte 970 BTC und reduzierte damit seine wandelbaren Schulden von 189 Millionen Dollar auf 94,5 Millionen Dollar. Dieser Schritt zielt darauf ab, das Verhältnis von Schulden zum Nettovermögen (NAV) zu verbessern, das von 55 % auf 39 % sinkt. In einem rückläufigen Kryptomarkt zieht dieses Manöver von Sequans Aufmerksamkeit auf sich.
Der Zeitpunkt ist umso bemerkenswerter, da Bitcoin zum Zeitpunkt des Verkaufs bei etwa 102.000 Dollar gehandelt wurde – dem niedrigsten Stand seit vier Monaten.
CEO Georges Karam versucht zu beruhigen:
Unsere Bitcoin-Treasury-Strategie und unsere tiefe Überzeugung in Bitcoin bleiben unverändert. Diese Transaktion war eine taktische Entscheidung, um den Aktionärswert angesichts der aktuellen Marktbedingungen freizusetzen.
Trotz dieser Rhetorik stellt der Verkauf jedoch 30 % der BTC-Reserven dar. Eine erhebliche Reduzierung, die die Position im Ranking der größten Unternehmenshalter von Platz 29 auf Platz 33 senkt. Das reicht aus, um einige Krypto-Investoren an der Solidität des „Bitcoin-Treasury“-Modells zweifeln zu lassen.
Das „Bitcoin-Treasury“-Modell auf einem instabilen Kryptomarkt auf dem Prüfstand
Seit Juni 2025 verfolgt Sequans eine von MicroStrategy inspirierte Strategie: den Kauf von Bitcoin durch Schulden und Kapitalerhöhungen zu finanzieren. Der Plan war ehrgeizig und zielte darauf ab, bis 2030 100.000 BTC zu erreichen. Im Juli fügte das Unternehmen durch Platzierungen 755 BTC hinzu. Doch seitdem hat sich der Wind gedreht.
Der Kryptomarkt hat sich abgekühlt, Kapitalerhöhungen sind versiegt, Aktienprämien brechen ein. Verschuldete Unternehmen wie Sequans leiden besonders unter diesem negativen Hebeleffekt. Wenn BTC fällt, sinkt der Wert ihrer Reserven ebenso wie ihre Kreditfähigkeit. In diesem Kontext ist es schwierig, den eingeschlagenen Kurs beizubehalten.
Ein einfacher Satz, der jedoch eine von vielen Beobachtern geteilte Sorge widerspiegelt: Wenn ein Pionier der Krypto-Strategie seine Bestände liquidiert, könnte sich die Schlinge zuziehen.
Bekannte Überzeugungen, eingestandene Zugeständnisse: Sequans passt den Kurs an
Trotz des Anscheins gibt Sequans seine Strategie nicht auf. Der verbleibende Bestand von 2.264 BTC dient weiterhin als Sicherheit für die Schulden. Doch das Ziel von 100.000 BTC erscheint nun weiter entfernt. Das Vertrauen bleibt, aber das Handeln ist nuancierter.
Das Unternehmen erwähnt den Wunsch, seine Flexibilität zu erhöhen, das Aktienrückkaufprogramm (ADS) wiederzubeleben und Vorzugsaktien auszugeben. Kurz gesagt: Der Übergang von offensiver Akkumulation zu vorsichtiger Verwaltung.
An der Börse sind die SQNS-Aktien eingebrochen und haben seit dem Sommer 56 % ihres Wertes verloren. Krypto-Investoren beobachten dies mit einer Mischung aus Besorgnis und Pragmatismus. Viele fragen sich: Ist die Bitcoin-Strategie tragfähig, wenn sich der Markt dauerhaft dreht? Oder sollte man standhaft bleiben und die Positionen stärken, wenn die Angst dominiert?
Zusammengefasst: 5 bemerkenswerte Datenpunkte
- 970 BTC wurden Anfang November von Sequans verkauft;
- 2.264 BTC werden behalten und weiterhin als Sicherheit verwendet;
- Das Verhältnis von Schulden zu NAV sank von 55 % auf 39 %;
- Position bei Bitcoin Treasuries: von Rang 29 auf 33;
- Bitcoin-Preis zum Zeitpunkt des Schreibens: 101.927 Dollar
Was die Zukunft von Bitcoin betrifft, gehen die Meinungen auseinander. Einige sehen immer noch eine Rakete, die bis Ende 2025 auf 150.000 Dollar steigen könnte. Andere, wie die Analysten von CryptoQuant, halten einen Rückgang auf 72.000 Dollar für durchaus plausibel. Zwischen himmlischen Versprechen und Kollapsrisiken ist die Balance schmal.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Wichtiger Fortschritt beim Anthropic-IPO: Ehemalige Aktionäre sollen „auszahlen“ dürfen, Sperrfrist könnte verlängert werden, Börsengang frühestens Ende September
Berichten zufolge erwägt Anthropic, bestehenden Aktionären im Rahmen des Börsengangs den teilweisen Verkauf ihrer Anteile zu erlauben, während gleichzeitig eine Lock-up-Periode von mehr als 180 Tagen geprüft wird, um den Liquiditätsbedarf früher Investoren und Mitarbeiter teilweise zu decken und gleichzeitig das Aktienangebot sowie Kursschwankungen nach dem Börsengang zu kontrollieren. Das Unternehmen plant, den Emissionsprospekt nach dem US-amerikanischen Labor Day am 7. September offenzulegen und Mitte September einen Investorentag abzuhalten. Prognosemärkte zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen den Börsengang vor Oktober abschließt, bereits auf 86 % gestiegen ist.
„Neue Fed-Nachrichtenagentur“: Besant greift wiederholt ein, die Unabhängigkeit der Fed wird auf die Probe gestellt
Der Journalist Nick Timiraos vom Wall Street Journal ist der Ansicht, dass US-Finanzministerin Yellen durch die Ausweitung von langfristigen Staatsanleihen-Rückkäufen und das Senken der Renditen schrittweise in klassische Politikbereiche der Federal Reserve eingreift, was Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Zentralbank aufwirft. Ihr Vorgehen gilt als abrupt und wurde als "Preismanagement" kritisiert, was in Kombination mit den internen Zinserhöhungsdifferenzen der Federal Reserve zusätzlichen Druck erzeugt. Zudem schwächt dies den politischen Rahmen von Fed-Präsident Powell, aus Marktpreisen verlässliche Signale zu gewinnen.
US-amerikanisches Ziel: 90 Millionen Barrel Ölreserven in Venezuela – Angeblich kurz vor Abschluss eines „groß angelegten“ Abkommens
Berichten zufolge konzentrierten sich die Verhandlungen zwischen den USA und Venezuela auf mehr als zehn bereits produzierte Ölfelder. Der Kernpunkt des Abkommens sieht vor, dass die USA teilweise Eigentumsrechte an diesen Ölfeldern erhalten und US-Energieunternehmen an der weiteren Entwicklung beteiligt werden, um die Produktion weiter zu steigern. Der stellvertretende US-Energieminister erklärte vergangene Woche, dass derzeit etwa die Hälfte des in Venezuela geförderten Rohöls an US-Raffinerien geliefert wird.
Der Zollkonflikt zwischen den USA und Kanada hält an: Kanada passt die Gegenmaßnahmenliste an und erhöht die Zölle auf Waren wie Kupferdraht und Holzkohle um 50%.
Kanada hat von den USA hergestellte Kupferdrähte und Holzkohle in die Liste der mit 50 % Gegenzöllen belegten Produkte aufgenommen und darüber hinaus bestimmte Glasbehälter, Druckbilder und Gipsziegel aus den USA hinzugefügt. Fisch und Meeresfrüchte wurden hingegen von der Liste gestrichen.
